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26.01.2017

Brahms-Institut präsentiert spektakuläres neues Autograf

Das Brahms-Institut an der MHL stellt in der Villa Eschenburg eine spektakuläre Neuerwerbung vor: die Originalhandschrift eines Liedes, das Brahms seiner damaligen Verlobten Agathe von Siebold geschenkt hat.

Die neue Originalhandschrift besteht aus zwei mit Tinte beschriebenen Notenseiten. Sie ist nun erstmals öffentlich zu sehen als Teil der wieder eröffneten Ausstellung „Beziehungszauber“. 1858 vertont, schenkte Brahms das Manuskript des Liedes „Trennung“ op. 14 Nr. 5. im Herbst seiner Verlobten. Möglicherweise war dieses Geschenk bereits ein Vorbote, denn der erwartete Heiratsantrag blieb aus. Die Verbindung  des ungleichen Paares, der Göttinger Professoren-Tochter mit dem damals noch mittellosen jungen Komponisten, dauerte nur wenige Monate. Agathe löste die Verlobung enttäuscht wieder auf: „Da war ja nur das Eine noch möglich – zu entsagen, und das habe ich dann, wenn auch mit blutendem Herzen, getan“, schrieb sie noch Jahrzehnte später in einem Brief an ihre Freundin, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Brahms scheute fortan eine feste Bindung und blieb zeitlebens Junggeselle. An Verehrerinnen mangelte es ihm allerdings nicht: Er sammelte ihre Fotos im Portrait- und Visitformat, die in der Ausstellung ebenfalls gezeigt werden. Die Schau bezieht sich aber nicht nur auf „Brahms und die Frauen“, sondern zeigt mit Musikhandschriften, Büsten, Drucken, Briefen und Fotografien aus der kostbaren Lübecker Sammlung auch andere Beziehungen des Komponisten auf wie die zu Freunden und Künstlerkollegen.

Die Schau „Beziehungszauber“ ist bis zum 31. Mai 2017 jeweils am Mittwoch und Samstag von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung zu sehen. Der ist frei.