Historie
1911 Marie Luise Kaibel, Klavierlehrerin in Lübeck, eröffnet in der Fleischhauerstraße 67 das Lübecker Konservatorium der Musik und Vorschule.
1915 Da die Schülerzahlen trotz des Ersten Weltkrieges steigen, erwerben Luise Kaibel und ihr Kompagnon, der Eutiner Organist und Klavierprofessor Andreas Hofmeier, ein größeres Haus in Schüsselbuden 2.
1916 Am Konservatorium wird ein Seminar für angehende Musiklehrer eingerichtet.
1921 Luise Kaibel erkrankt schwer und muss aus der Direktion ausscheiden.
1922 Ihre Nachfolger können das Konservatorium nicht über die Inflationszeit retten, es muss geschlossen werden. Um allen Teilnehmern einen Abschluss zu ermöglichen, wird das Musiklehrerseminar bis 1923 fortgeführt.
1923 Hermann Fey, Lübecker Musiklehrer, Chorleiter und Organist, gründet nach Augsburger Muster die Lübische Singschule, mit deren Mädchenchor er in den folgenden zehn Jahren durch Konzertreisen überregionale Beachtung erlangt.
1933 Die nationalsozialistische Regierung beginnt mit einer Reformierung des Lübecker Musiklebens und eröffnet unter der Leitung des Lübecker Generalmusikdirektors Heinz Dressel das Lübecker Staatskonservatorium und Hochschule für Musik im Langen Lohberg 24. Den Unterbau bilden eine Musikschule für Kinder und Laien sowie die eingegliederte, nun Staatliche Singschule, ab 1935 Singschule am Staatskonservatorium. An der evangelischen Kirchenmusikschule im Staatskonservatorium ist Hugo Distler bis 1937 Leiter in künstlerischen Fragen.
Während die Ausbildung zum A-Kirchenmusiker eine vollakademische ist, gelingt es in den folgenden Jahren nicht, die geplante Schulmusikabteilung für das Höhere Lehramt zu eröffnen.
1935 Johannes Brenneke wird neuer Direktor des Staatskonservatoriums.
1937 Die Hansestadt Lübeck verliert ihre Eigenstaatlichkeit und fällt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein zu.
1938 Als Folge davon wird das Staatskonservatorium in die Landesmusikschule Schleswig-Holstein (LMS) übergeleitet und verliert seinen Hochschulstatus. Die LMS wird weiter von der Stadt Lübeck finanziert und bezieht neue Räume in der Mengstraße 28.
1939 Nach Beginn des zweiten Weltkrieges werden die Räume der LMS für das Kriegswirtschaftsamt gebraucht. Der LMS verbleibt das Hinterhaus, das aber nicht ausreicht. Einige Bereiche der LMS werden in die Königstr. 13 und 21, in die Burg-Volksschule und in die Seefahrtsschule umgesiedelt. Die Bücherei bleibt in der Mengstraße.
1942 Das Gebäude in der Mengstraße fällt dem Bombenangriff zum Opfer, die Bibliothek verbrennt dabei vollständig.
1942 - 1945 Hans Millies organisiert die Fortführung von Unterricht in Privatwohnungen, auch Prüfungen finden in jedem Jahr statt.
1945 Im Herbst kommt Direktor Brenneke aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück, im Dezember kann die LMS mit Erlaubnis der britischen Besatzungsmacht wieder eröffnet werden, zunächst noch dezentral in der Königstraße 21, in Räumen der Seefahrtsschule, der Landesbauschule und im Behnhaus.
1949 Die Stadt Lübeck mietet am Jerusalemsberg zwei ehemalige Patriziervillen für die Landesmusikschule an.
1950 Die Landesmusikschule wird geschlossen und als Schleswig-Holsteinische Musikakademie und Norddeutsche Orgelschule neu eröffnet. Der Leiter ist der Freiburger und Lübecker Orgelprofessor Walter Kraft.
1955 Jens Rohwer übernimmt die Leitung der Schleswig-Holsteinischen Musikakademie und Norddeutschen Orgelschule.
1958 Mit Kirchenmusikdirektor Eugen Simmich wird die Stelle des stellvertretenden Direktors seit 1939 erstmalig wieder besetzt und mit dem Amt des Leiters der Kirchenmusikabteilung verknüpft.
1967 Landeskirchenmusikdirektor Uwe Röhl übernimmt von Eugen Simmich die Leitung der Kirchenmusikabteilung und die stellvertretende Akademieleitung.
1969 Mit dem Gesetz über Fachhochschulen im Lande Schleswig-Holstein wird die Musikakademie in die Staatliche Fachhochschule für Musik in Lübeck umgewandelt, ist damit dem Hochschulbereich des Landes zugeordnet und erhält eine Verfassung. Jens Rohwer bleibt bis zur ersten Wahl Direktor.
Die bestehenden Verträge zwischen dem Land Schleswig-Holstein, der Hansestadt Lübeck und den Landeskirchen werden zunächst weitergeführt.
1970 An der Fachhochschule für Musik wird ein "Hochschulinstitut für Musik an Gymnasien" eingerichtet, der Leiter ist Christoph Richter. Das Hochschulinstitut erhält mit der Travemünder Allee 6a ein eigenes Haus.
1971 Uwe Röhl wird erster gewählter Rektor der Fachhochschule.
1973 Die Einrichtung erhält mit dem Rang einer vollakademischen Hochschule den Namen Musikhochschule Lübeck, Gründungsrektor ist Uwe Röhl.
1976 - 1988 Zwölf Jahre lang leitet der Kirchenmusiker Dr. Manfred Tessmer die Musikhochschule.
1978 Grundsteinlegung durch Ministerpräsident Dr. Gerhard Stoltenberg für das großangelegte Sanierungsprojekt in der Großen Petersgrube. In fünf Bauabschnitten sollen insgesamt zweiundzwanzig denkmalgeschützte ehemalige Kaufmannshäuser, Bürgerhäuser und Speicher für den Lehrbetrieb der Musikhochschule eingerichtet werden.
1983 Die ersten beiden Bauabschnitte sind fertiggestellt und werden in Betrieb genommen.
1988 - 1994 Während der nächsten beiden Wahlperioden übernehmen erst der Gesangspädagoge Prof. Günter Binge und dann der Komponist und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Friedhelm Döhl die Leitung der Musikhochschule.
1990 Mit dem Erwerb der Brahmssammlung des Forscherehepaares Prof. Kurt und Prof. Renate Hoffmann durch das Land Schleswig-Holstein wird das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck gegründet.
1993 Nach fast 20 Baujahren wird der letzte und einzige völlig neu erstellte fünfte Bauabschnitt mit dem Großen Konzertsaal, der Konzert- und Opernbühne eingeweiht.
1994 Die Klavierpädagogin Prof. Inge-Susann Römhild wird erste Rektorin.
2002 Das Brahmsinstitut bezieht das ehemalige Haupthaus der Musikhochschule am Jerusalemsberg 4, die sanierte Villa Eschenburg, der Leiter ist seit 1999 Prof. Dr. Wolfgang Sandberger.
2007 In der Holstentorhalle, einer ehemaligen Messe- und Ausstellungshalle aus dem Jahr 1926, sind durch die Sanierung mit Hilfe der Emil-Possehl-Stiftung seit 2005 in zwei Etagen mehr als 1.000 qm Unterrichts- und Übeflächen entstanden, die nun der Musikhochschule übergeben werden.
2008 Aufgrund des Schleswig-Holsteinischen Hochschulgesetzes von 2007 erhält die Musikhochschule eine Präsidialverfassung, Prof. Inge-Susann Römhild wird als Präsidentin gewählt.
heute Als Bestandteil des Weltkulturerbes der UNSESCO liegt die Musikhochschule in der Lübecker Altstadt direkt an der Trave. Sie bildet rund 500 junge Musiker zu Instrumentalisten, Komponisten, Sängern, Kirchenmusikern und Musikpädagogen aus.
