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Lübeck, 24.06.2019

Barockkonzert mit Ensemble für Alte Musik der MHL

Zu einem Konzert unter dem Motto „Bach, Händel und Mehr” lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Freitag, 5. Juli ein. Unter Leitung von Pieter-Jan Belder präsentiert das MHL-Ensemble für Alte Musik ab 19 Uhr in St. Aegidien Schlüsselwerke des Barock von Corelli, Telemann, Bach und Händel.

Auf dem Programm steht unter anderem Bachs erste Ouvertüre für Orchester in C-Dur (BWV 1066), die mit ihrem tänzerischen Ausdruck auch als Orchestersuite bezeichnet wird, eine der wichtigsten musikalischen Gattungen des Barock. Bach war vermutlich Kapellmeister am Hof des Fürsten in Köthen, als er das virtuose Werk mit zur damaligen Zeit ungewöhnlichen Bläser-Solostimmen um 1720 schrieb. Wie im Barock vielfach üblich, macht der Komponist darin hörbare Anleihen bei französischen und italienischen Komponisten. Weiterhin erklingen eines der berühmten „Concerti Grossi“ von Händel sowie zwei Konzerte aus der Sammlung der „Concerti Armonico“ von Graf Unico Vann Wassenaer, einem niederländischen Komponisten.
Die Leitung des MHL-Ensembles für Alte Musik hat der Niederländer Pieter-Jan Belder, der damit sein Antrittskonzert in Lübeck gibt. Er ist neuer Leiter des Ensembles für Alte Musik und verantwortet seit Sommersemester den Ausbildungsbereich „Alte Musik“ an der MHL. Der 53-Jährige konzertiert in ganz Europa als Solist und mit verschiedenen Ensembles wie dem „Collegium Vocale Gent”, dem Orchester des 18. Jahrhunderts, dem „Niederländischen Bachverein”, dem „Gesualdo Consort” und mit seinem eigenen Ensemble „Musica Amphion”, dessen Dirigent er auch ist. Belder studierte Cembalo und Blockflöte in Amsterdam und Den Haag. Er hat um 130 CD-Aufnahmen eingespielt, unter anderem eine Gesamtaufnahme der Scarlatti Cembalosonaten auf 36 CDs. Er ist Preisträger des NDR-Musikpreises (1997) und des Internationalen Bachwettbewerbs Leipzig (2000). Auf seine Arbeit mit den Lübecker Studierenden freut er sich und möchte sie mit dem faszinierenden Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts und seiner stilgetreuen Ausführung bekannt machen.

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Lübeck, 24.06.2019

Romantische „Entdeckungen“ mit dem MHL-Kammerorchester

Zu einem Open-air Konzert in der Reihe „Entdeckungen“ lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) in Kooperation mit dem Europäischen Hansemuseum am Mittwoch, 3. Juli in den Klostergarten des Burgklosters ein. Das MHL-Kammerorchester präsentiert dort ab 19.30 Uhr zwei hochromantische Serenaden des tschechischen Komponisten Antonin Dvořák.

Im sommerlichen Ambiente des historischen Klostergartens stellen die jungen Musikerinnen und Musiker Dvořáks Serenade in d-Moll op. 44 sowie die Streicherserenade in E-Dur op. 22 vor. Bei einem Besuch in Wien entdeckte der noch junge Dvořák 1877 seine Liebe zur Serenade. Er hörte dort eine der Bläserserenaden Mozarts und ließ sich davon zu seinem Werk in d-Moll für Bläser, Violoncello und Kontrabass inspirieren. Nicht nur kompositorisch, auch in der Instrumentierung huldigt der Tscheche seinem Vorbild Mozart. Das Ergebnis ist von betörendem Klangreiz und man kann kaum glauben, dass Dvořák sein vor Einfällen überquellendes Werk in nur vierzehn Tagen komponiert haben soll. Stilisierte böhmische Dorfmusik, romantisch-träumerische Pastellfarben und archaisch herbe Klänge lösen einander ab. Das Werk gilt als das Gegenstück zur berühmten Streicherserenade in E-Dur op. 22, die im Anschluss zu hören sein wird. Sie vermittelt Klangfreude und Unbeschwertheit und gilt als eines der schönsten Werke für Streichorchester schlechthin. Noch unbehelligt vom späteren Weltruhm, schrieb der 34-Jährige das klangselige Werk, das mit seinem satt-samtigen Streicherklang und Melodienreichtum von der guten Laune des aufstrebenden jungen Komponisten zeugt. Die hochromantischen Werke bieten die Studierenden ganz ohne Dirigenten dar. Die Einstudierung durch die Professoren Elisabeth Weber und Diethelm Jonas bürgt dennoch für ein hohes künstlerisches Niveau.
Karten sind für vier Euro (keine Ermäßigung) ausschließlich an der Museums- oder Abendkasse erhältlich. Reservierung ist unter Opens external link in new windowwww.invitation@hansemuseum.eu möglich.

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Lübeck, 29.05.2019

Musikgenuss mit Meerblick

Zum ersten Atlantic-Kammermusik-Festival lädt das Atlantic Grand Hotel Travemünde in Kooperation mit der Musikhochschule Lübeck (MHL) erstmals am Samstag, 29. und Sonntag, 30. Juni ein. 17 junge Musikerinnen und Musiker der MHL aus sechs Nationen stellen in verschiedenen Veranstaltungen musikalische Überraschungen mit Werken aus Klassik und Moderne vor.

Im historischen Ambiente des Ballsaals, des Hotelgartens und der renovierten Musikmuschel bietet das Festival ein abwechslungsreiches Kammermusikprogramm von moderner Saxophonmusik bis hin zu Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf", das im Kinderkonzert am Sonntag, 30. Juni um 11 Uhr zu hören ist. Die Eröffnung findet mit einem Grußwort der Lübecker Kultursenatorin Kathrin Weiher am Samstag, 29. Juni um 11 Uhr statt. Unter dem Motto „Begegnungen" erklingen dann Werke von Mozart, Carter, Gershwin und den Beatles. Eine Matinée unter dem Motto „Wiener Begegnungen" um 12 Uhr und ein Kammerkonzert unter dem Motto „Kontraste" um 17 Uhr präsentieren im Verlaufe des ersten Tages im Ball-saal Werke von Schubert, Korngold, Poulenc und Wolf. Interpreten sind unter anderen das MHL-Sax Quartett, das Quartett Levár und das Karma Quartett. Auch MHL-Präsident Rico Gubler ist als besonderer musikalischer Gast am Saxophon zu hören. Beim großen Finale beschließt am Sonntag, 30. Juni um 17 Uhr ein moderiertes zweistündiges Galakonzert unter dem Motto „Inspiration Begegnung" im historischen Ballsaal das erste Atlantic-Kammermusik-Festival. Dort ist neben Glazunovs eindrucksvollem Saxophonquartett auch Mendelssohns zauberhaft flirrendes Streichoktett Es-Dur op. 20 zu hören, ein Geniestreich des jugendlichen Komponisten.

Das Atlantic Grand Hotel Travemünde und die Travemünder Kammermusikfreunde e.V. haben das Festival in Kooperation mit der MHL initiiert, unterstützt wird das Festival von der Possehl-Stiftung Lübeck.
Karten sind für 10 Euro je Konzert (ermäßigt 5 Euro) an der Tages-kasse erhältlich, weitere Infos unter 04502/3080.

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Lübeck, 29.05.2019

Sinfoniekonzert präsentiert junge Solisten

In einem Sinfoniekonzert präsentieren am Samstag, 29. Juni drei junge Solisten der Musikhochschule Lübeck (MHL) und das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck Werke von Schumann, Elgar und Veress. Unter Leitung von GMD Andreas Wolf spielen die Cellistinnen Anastasia Feruleva und Yukyung Ma sowie der Klarinettist Wooyun Kim.

Der 26-jährige Südkoreaner Wooyun Kim aus der Klasse von Professorin Sabine Meyer stellt sich mit dem Klarinettenkonzert von Sándor Veress vor, ein Schüler von Béla Bartók und Zoltán Kodály. Es gehört zum Spätwerk des Komponisten und ist nur selten auf der Konzertbühne zu hören. Einerseits den Volksliedern seiner transsylvanischen Heimat verpflichtet, war Veress andererseits offen für die Moderne und ließ sich von der Zwölftonmusik Schönbergs und Weberns inspirieren. Mit aufglühenden Farben und ungarischen Klängen wird der junge Klarinettist hier die gesanglichen Fähigkeiten seines Instruments ausloten.

Robert Schumann schrieb sein Cellokonzert a-Moll op. 129 in nur zwei Wochen. Es sei „so recht im Cellocharakter geschrieben", befand seine Ehefrau Clara. Doch der Solist Bockemühl, dem Schumann sein Werk zugeeignet hatte, verweigerte die Aufführung, weil er die Musik nicht „klingend und melodiös" fand. So fand die erste Aufführung erst 1860 statt, vier Jahre nach Schumanns Tod. Heute gehört das Werk zum cellistischen Standardrepertoire. Den weniger auf Bravour, denn auf Klang und Kantabilität angelegten Solopart wird die 25-jährige Russin Anastasia Feruleva aus der Klasse von Professor Troels Svane präsentieren. Die junge Cellistin Yukyung Ma, ebenfalls aus der Klasse von Troels Svane, interpretiert Edward Elgars melancholisches Cellokonzert in e-Moll op. 86. Er schrieb es 1919, ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg, den er als schweres Trauma und als Abschied von den kulturellen und humanen Idealvorstellungen des bürgerlichen Europas erlebte. Die Komposition beginnt mit einer Klage, vorgetragen vom Cello allein, in die der Komponist seinen ganzen Schmerz legt. Elgars Werk wird von einer einfachen musikalischen Sprache getragen, aus der sein Zeitgenosse Ernest Newman „tiefe Weisheit und Schönheit" hörte.

Karten für das Sinfoniekonzert sind für 14 und 19 Euro (ermäßigt 8 und 12 Euro) in allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen und online unter Opens external link in new windowwww.luebeck-ticket.de erhältlich. Restkarten gibt es eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

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Lübeck, 29.05.2019

„Over and above" portraitiert Komponisten Chris Cree Brown

Zu einem Komponistenportrait lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Donnerstag, 27. Juni in der Reihe „Over and above" ein. Ab 19.30 Uhr präsentieren Studierende in der Overbeck-Gesellschaft Werke des neuseeländischen Komponisten Chris Cree Brown.

Chris Cree Brown ist in diesem Semester als „Composer in Residence" zu Gast in der MHL. Im Anschluss an einen Meisterkurs Komposition und Seminare zur Musik Neuseelands, stellen acht junge Interpreten zusammen mit Donny Karsadi (Live Elektronik) Browns Werke in einem Portraitkonzert vor. 1953 geboren, ist Brown einer der führenden neuseeländischen Komponisten seiner Generation. Vielseitig interessiert, hat er sich neben instrumentaler Kammermusik auch hörspielartigen Formen zugewandt. Schwerpunkt im Konzert wird die Aufführung seiner elektroakustischen Werke sein, die er in den letzten Jahren zahlreich vorgelegt hat. Extra für das Konzert entstand „Aural Paredolia" für Altsaxophon und zwei Perkussionisten. Brown bezieht den Titel auf das Phänomen der Wahrnehmung, Vertrautes im Vagen zu entdecken wie das Sehen von Formen in Wolken, das Erkennen von Gesichtern in abstrakten Mustern oder das Hören versteckter Botschaften in Musik. Außerdem stehen Werke für Soloinstrumente und Elektronik auf dem Programm, die mehrere Jahrzehnte Schaffensprozess widerspiegeln, darunter frühe Kompositionen wie das 1996 entstandene „Sound Cylinders" für Flöte und Tonband und spätere Werke wie „Sound Barrel" für Euphonium und Elektronik. Eine originelle Besetzung präsentieren die jungen Interpreten in „The litte Red Toy Piano", bei dem sie mit Kinderklavier und Elektronik einen kontrastreichen Klangdialog initiieren. „Inner Bellow" für Klarinette und Elektronik beschließt das Portraitkonzert, das 2010 den „Sound Contemporary Award" gewann, den ersten Wettbewerb für zeitgenössische Musik in Neuseeland. Der Interpret nimmt die Klarinette dabei auf verschiedene Weise auseinander und nutzt ihre Einzelteile zur Erzeugung neuer Klangfarben.

Karten für das Konzert sind für 4 Euro ausschließlich an der Abendkasse in der Overbeck-Gesellschaft (Königstr. 111, 23552 Lübeck) erhältlich.

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Lübeck, 29.05.2019

Instrument des Jahres: Saxophon im Portrait

Mit mehreren Veranstaltungen rückt die Musikhochschule Lübeck (MHL) zusammen mit anderen Kulturpartnern das Saxophon als „Instrument des Jahres" im Juni in den Fokus. Unter Leitung von Professor Rico Gubler, Präsident der MHL und Schirmherr des Jahres finden vom 21. bis zum 23. Juni Konzerte in verschiedenen schleswig-holsteinischen Städten statt.

Junge Interpreten aus den Saxophonklassen der MHL, der Lübecker Musikschule der Gemeinnützigen sowie die MHL-Bigband unter Leitung von Professor Bernd Ruf werden das Instrument mit seinen zahlreichen Klangfacetten bei Konzerten in Kiel, Pinneberg und Rendsburg präsentieren. Die Konzerte am Freitag, 21. Juni um 19 Uhr im Musiculum Kiel, am Samstag, 22. Juni um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Pinneberg und am Sonntag, 23. Juni um 16 Uhr in der Volkhochschule Rendsburg zeigen Aspekte des Saxophonspiels vom klassischen Repertoire über Adaptionen bis hin zu Jazz und Elektro. Unter anderem kommt das virtuose Werk „Klezmer Salsa" des französischen Saxophonisten und Komponisten Philippe Geiss zur Aufführung, in dem zwölf Saxophone unter Leitung von Maxi Busch mit Instrument und Stimme einen schwungvollen Dialog zwischen beiden Musiktraditionen entfalten. Schirmherr Rico Gubler resummiert: „Das Projekt hat mit seiner landesweiten Ausstrahlung viel Interesse am Saxophon sowohl als Solo- und Kammermusikinstrument auf der Konzertbühne als auch als Unterrichtsinstrument geweckt und könnte Vorbildcharakter für zukünftige Veranstaltungen zum jeweiligen Instrument des Jahres haben."

In Kiel gibt es weiterhin einen Workshop mit Schulklassen, bei dem Musikstudierende das Saxophon vorstellen und Grundkenntnisse zu verschiedenen Stilen und Musizierformen vermitteln. Ziel ist es dabei, junge Menschen für das Saxophonspiel zu begeistern. Veranstaltungspartner sind das Musiculum in Kiel sowie die Musikschulen in Pinneberg und Rendsburg. Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein unterstützt das Projekt.

Der Eintritt zu den Konzerten im Musiculum Kiel und im Rathaus Pinneberg ist frei, der Eintritt zum Konzert in der Volkshochschule Rendsburg kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich.

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Lübeck, 29.05.2019

Kammeroper „Weiße Rose" mit jungen Gesangssolisten

In der Reihe „Junges Musiktheater" bringen Studierende der Musikhochschule Lübeck (MHL) vom 14. bis 16. Juni im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe sowie am 23. Juni in der MHL Udo Zimmermanns Kammeroper „Weiße Rose" auf die Bühne. Unter der musikalischen Leitung von Robert Roche und der Regie von Selcuk Cara präsentieren neun Gesangsstudierende und ein Kammerorchester der MHL das verstörende Bühnenstück über die letzten Stunden im Leben von Sophie und Hans Scholl.

In der 1986 uraufgeführten Fassung seiner Kammeroper „Weiße Rose" zeichnet der zeitgenössische Komponist Udo Zimmermann die letzten Stunden im Leben von Sophie und Hans Scholl nach. Die Geschwister gehörten zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose" und wurden vom nationalsozialistischen Terrorregime 1943 ermordet. In sechzehn Szenen erhält der Zuschauer Einblick in die letzten Stunden der Geschwister, die ihre Todesangst in Visionen, Selbstgesprächen und reflektierten Monologen verarbeiten. Den Operntext setzte Librettist Wolfgang Willaschek aus Briefen und Tagebuchaufzeichnungen der Geschwister, aus Bibelversen und eigenen Texten zusammen. Der Dresdner Komponist Udo Zimmermann, geboren im gleichen Jahr, in dem die Geschwister ermordet wurden, hat die „Weiße Rose" für eine Sängerin und einen Sänger geschrieben. Regisseur Selcuk Cara macht eine neue Dimension auf: Im Kontrast zur Originalfassung verkörpern in seiner Inszenierung neun junge MHL-Interpreten die Geschwister. „Wir sind Viele. Wir sind Sophie Scholl und wir sind Hans Scholl. Wenn Sophie Scholl fällt, dann wird eine andere Sophie Scholl ihren Platz einnehmen, wenn Hans Scholl fällt, dann wird ein anderer Hans Scholl seinen Platz einnehmen", er-läutert Cara seine Beweggründe. Ganz ohne Bühnenausstattung, nur in eindrucksvolle Lichtsäulen getaucht, agieren die jungen Sängerinnen und Sänger parallel auf der Bühne, leihen den Geschwistern abwechselnd ihre Stimme und springen teilweise improvisierend in ihre Rolle ein. Eine große Herausforderung für die Studierenden, die Cara über ein halbes Jahr mit intensiven Übungen auch zu Darstellung und Improvisation vorbereitet hat. Ein Kammerensemble mit sechs Instrumentalisten an Blas-und Streichinstrumenten, Klavier und Schlagzeug begleitet das bewegende Geschehen auf der Bühne, mal mit harten Klängen, mal mit sphärisch weicher Melodieführung. „Hier werden Schreie, Träume, Bosheit und Angst klangliche Gestalt", schreibt Zimmermann über seine Komposition. Die Geschwister wussten, dass ihr „Kampf gegen eines der unmenschlichsten Systeme mit ihrem Tod enden konnte. Aber ihr Glaube an eine bessere, gerechte Welt war so stark, dass der Gedanke an den Tod sie nicht zurückhielt."

Die eindrückliche Inszenierung sieht im KuB keinerlei Sitzplätze vor, vielmehr sind die Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, sich frei um die mittige Spielfläche im abgedunkelten Saal zu bewegen und ihre Perspektive auf das Geschehen selbst zu bestimmen.

Der türkischstämmige Film-, Theater- und Opernregisseur Regisseur Selcuk Cara studierte zunächst Philosophie und Gesang und arbeitete als Opernsänger unter anderem mit Werner Schroeter, Frank Castorf, Stefan Ruzowitzky und Vincenzo Cerami zusammen. Es folgte ein Regiestudium im Masterstudiengang Szenografie mit Schwerpunkt Film. In seinen Werken setzt Cara sich immer wieder mit dem Völkermord an den Juden auseinander, so in seinem mit über 140 internationalen Preisen ausgezeichneten Film „My Last Concert" und in seinem 2016 veröffentlichten autobiografischen Roman „Türke, aber trotzdem intelligent", der innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller wurde. Das Buch wurde in die Bibliothek des internationalen Zentrums für Dokumentation, Information und Forschung über die nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung (ITS) aufgenommen und ist damit Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes (Opens external link in new windowwww.its-arolsen.org). Als nächstes großes Projekt plant Cara eine szenische Aufführung des Verdi-Requiems in Theresienstadt.

Die Aufführungen der Kammeroper „Weiße Rose" dauern rund 70 Minuten ohne Pause. Sie finden in der Reihe „Junges Musiktheater" am Freitag 14. Juni und Samstag 15. Juni jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 16. Juni um 19.30 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) Bad Oldesloe statt. Am Sonntag, 23. Juni um 17 Uhr ist das Stück im Großen Saal der MHL zu sehen.

Karten sind in der Stadtinfo Bad Oldesloe sowie in allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich. Restkarten gibt es eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse.

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