IKN – Improvisation, Komposition, neue Medien

Dieser Studiengang ist ein wegweisendes Ausbildungsangebot, das einerseits die Kunst der Orgelimprovisation in das 21. Jahrhundert führt und andererseits das Instrument Orgel für Künstlerinnen und Künstler anderer Disziplinen erschließt. Der Fokus liegt auf aktuellen Stilistiken und Techniken, und dem Verbinden der Orgel mit zeitgenössischen Strömungen und modernen Medien. Studierende entwickeln individuelle Ausdrucksformen und erlangen die Kompetenz, innovative musikalische und multimediale Projekte zu realisieren.
Kerninhalte des Studiengangs
- Aktuelle Improvisationsstilistiken (minimalistische Musik, graphische Partituren, Musizieren mit Algorithmen, Miteinbeziehung von elektronischer Musik, groove-orientiere Musik etc.)
- Einbindung moderner Medien: Die Verbindung von Musik mit Video, Licht, Live-Elektronik, künstliche Intelligenz u.a. eröffnet neue künstlerische Möglichkeiten
- Technologien der Gegenwart: Arbeit mit elektronischen Klangerzeugern, MIDI-Anbindungen und Mikrofonierung, um die Orgel (auch in Verbindung mit anderen Instrumenten) als vielseitiges und zukunftsorientiertes Instrument zu etablieren
- Kooperationsprojekte: Entwicklung und Aufführung interdisziplinärer Konzepte mit anderen Künstlerinnen und Künstlern sowie Musikerinnen und Musikern
Einzigartige Möglichkeiten
Durch die Kooperation mit der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg, die den Zugang zu einer innovativen Hyper-Orgel bietet können Studierende direkt an einem Instrument arbeiten, das neue klangliche und spieltechnische Dimensionen eröffnet.
Studierende lernen hier:
- die Integration neuer Spieltechniken,
- Mikorfonierung und Bearbeitung des Orgelklangs,
- den Umgang mit MIDI-Anbindungen und elektronischen Plattformen,
- die Nutzung der Orgel als Schnittstelle für interaktive und multimediale Projekte
Darüber besteht eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, u.a. mit
- dem Orgelpark in Amsterdam, der für seine Pionierarbeit bei der Verbindung von Tradition und moderner Technologie bekannt ist,
- der Orgel in der Kirche St. Martin in Kassel, die u.a. durch ein Viertelton- Manual, Windregulierungsmöglichkeiten und neue Obertonregister weitere Möglichkeiten bietet, zeitgenössische Improvisationstechniken und Klangwelten zu erkunden.
Breite interdisziplinäre Ausbildung
Der Studiengang umfasst begleitende Fächer, die das Wissen und die Fähigkeiten der Studierenden vertiefen. Dabei ist die Anbindung an den Studiengang »Sound Arts & Creative Music Technology« besonders hervorzuheben:
- Elektronische Musik und Klangerzeugung: Entwicklung und Steuerung elektronischer Instrumente und Controller
- Künstliche Intelligenz in der Musik: Kreative Nutzung von KI für Improvisation und Komposition
- Videosoftware: Kenntnisse über technische Hintergründe und Werkzeuge für multimediale Projekte
- Kyma: für diese visionäre und hervorragende sound design workstation wird ein eigener workshop angeboten. Studierende können zudem mit dem Kyma System der MHL arbeiten und für performances verwenden
Praxisnähe und Vernetzung
Dank enger Kooperationen mit Universitäten und Institutionen in Lübeck und Hamburg sowie der Zusammenarbeit mit renommierten Festivals profitieren die Studierenden von einem vielfältigen Praxisbezug und weitreichenden Vernetzungsmöglichkeiten. Projekte und Auftritte im Rahmen dieser Partnerschaften bereichern die Ausbildung um wertvolle künstlerische und organisatorische Erfahrungen.
IKN: Improvisation, Komposition, neue Medien
Im Profilfach »IKN - Improvisation, Komposition, Neue Medien« erarbeiten Studierende interdisziplinäre Projekte. Die Zusammenarbeit mit Studierenden anderer Studienrichtungen wird an der MHL besonders gefördert. Unsere zahlreichen Kooperationen mit verschiedenen Festivals (u.a. die Nordischen Filmtage Lübeck, dem größten Filmfestival Nordeuropas) und den großen Kirchen Norddeutschlands geben unseren Studierenden die Möglichkeit sich einem größeren Publikum vorzustellen.
Dieser Masterstudiengang verbindet Tradition mit Innovation und öffnet Türen zu einer neuen Ausrichtung der Musikkreation mit der Orgel als Schnittstelle.
Eignungsprüfung
Die Eignungsprüfungen finden jeweils im Februar und im Juni statt. Die Anmeldefristen dazu sind der 1. Dezember und der 1. April.
Zur Eignungsprüfung wird ein Programms von mindestens 30 Minuten erwartet:
- eine graphische Partitur (Beispiel: Bengt Hambraeus: Ex Tempore),
- eine Improvisation in einem historischen, von den Bewerbenden zu wählenden Stil oder eine Bearbeitung (Intavolierung, Rekomposition) einer solchen in einem eigenen Stil,
- eine Improvisation in einer eigenen, aktuellen Klangsprache,
- eine Improvisation über gegebene Themen (Vorbereitungszeit eine Stunde).
Die Nutzung von (Live-)Elektronik ist möglich, wobei von der MHL zwei Lautsprecher samt Verkabelung zur Verfügung gestellt werden