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Lübeck, 29.11.2022

Kindermusical gewinnt Musikpädagogikpreis "Neue Konzepte"

Die Musikhochschule Lübeck (MHL) und die Marie-Luise Imbusch-Stiftung haben zum sechsten Mal den Musikpädagogikwettbewerb "Neue Konzepte" verliehen. Den ersten Preis erhielt das Projekt "Die größte Band der Welt – ein Musical für Kinder".

Marno Schulze, Projektleiter und MHL-Professor für Elementare Musikpädagogik, verlieh im Rahmen des Stipendiatenkonzerts der Marie-Luise Imbusch-Stiftung am 26. November den Musikpädagogikpreis "Neue Konzepte". Vier Finalisten hatten zuvor in knapp 20-minütigen Vorträgen um den mit insgesamt 2.500 Euro dotierten Preis gewetteifert.

Mit ihrem selbstgeschriebenen Stück "Die größte Band der Welt – ein Musical für Kinder" errangen Nicole Calderon, Tim Christopher Haas und Lisa-Marie Lill den ersten, mit 1.500 Euro dotierten Preis. Darin widmen sich die drei Lübecker Musikpädagogikstudierenden Musik und menschlichem Zusammenleben und vermitteln gleichzeitig musikalisches Grundwissen. "Eine wunderbare Präsentation, die von Tim Christopher Haas sehr lebendig vorgetragen wurde", urteilte die Jury aus Schulleitern der Region mit Dr. Michael Janneck (Johanneum zu Lübeck), Wulfila Kangastie (Emanuel-Geibel-Schule Lübeck) und Alireza Zare (Musikschule Pinneberg). „Die Gruppe arbeitete im Musical anhand der Geschichte um die 9-jährige Eli fundiert den Zusammenhang zwischen Musik und menschlichem Zusammenleben heraus.“ Gleich zwei Schulleiter geben dem Team die Chance, das Projekt an ihrer Schule durchzuführen. Zu ihrem Musical sagen die MHL-Studierenden: "Das Stück macht Spaß, regt zum Nachdenken an und sorgt für den ein oder anderen Ohrwurm, der auch gerne laut mitgesungen werden darf, denn zusammen sind wir schließlich die größte Band der Welt!"

Den mit 500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt Benjamin Seeck für seinen Wettbewerbsbeitrag "Rassismuskritischer Musikunterricht", mit dem er für das Thema Alltagsrassismus sensibilisieren will. Die Jury erkannte ihm eine hohe Alltagsrelevanz für den Musikunterricht an schleswig-holsteinischen Schulen zu, der Vortrag könne "sowohl durch Gliederung als auch durch Inhalt als Fortbildung für Lehrkräfte eingesetzt werden". Zwei dritte Preise erhielten Lina Gronemeyer, die sich mit "Klezmermusik als politisches Phänomen in Deutschland" auseinandersetzte und Laetitia Vögtler, die in ihrer Arbeit den "Zusammenhängen von Auftrittsangst und Selbstbild" nachgegangen war.

Mit dem Wettbewerb möchte die MHL auf die Bedeutung der musikpädagogischen Ausbildung hinweisen, mit der Musiklehrkräfte an Gymnasien, in Musikschulen oder in freier Tätigkeit auf ihren Beruf vorbereitet werden. Im Vergleich zu künstlerischen Wettbewerben gibt es nur wenige Preise für Musikpädagogik-Studierende.

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Lübeck, 25.11.2022

Joseph Joachim in die Post geschaut – Lübecker Brahms-Institut erwirbt elf Briefe des Komponisten

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) hat elf bislang unbekannte Briefe von Joseph Joachim erworben. Sie erweitern die wertvolle Sammlung mit einem Schwerpunkt um den Geiger, Komponisten und Brahms-Freund.

Zwischen 1875 und 1888 schrieb Joseph Joachim zwanzig Briefseiten in französischer Sprache an Jean-Théodore Radoux, den belgischen Fagottisten und Direktor des Konservatoriums in Liège. Institutsleiter Prof. Dr. Wolfgang Sandberger konnte das Konvolut Mitte November erwerben: „Die Schreiben von Joachim an Radoux legen ein eindrucksvolles Zeugnis davon ab, dass der Violinvirtuose zugleich sein eigener Manager war. Er thematisiert Termine, Auftrittsmöglichkeiten, Besetzungen und Konzertprogramme. Für die Forschungsarbeit am Brahms-Institut, wo zurzeit auch eine Dissertation zu Joseph Joachim entsteht, sind die Briefe eine wahre Fundgrube.“ In den Schreiben klingen auch persönliche Themen aus Joachims Leben an: So begründet er etwa eine Konzertabsage mit einer eigenen Erkrankung und vor allem mit dem schlechten Gesundheitszustand seiner Frau Amalie nach der Geburt des Sohnes Paul. Die Briefe im Oktavformat sind in einem für Joachim typischen, sehr sauberen Schriftduktus mit nur wenigen Korrekturen verfasst. Die Ausdrucksweise auf Französisch ist gepflegt und auf einem hohen sprachlichen Niveau.

Joachim, 1831 mit jüdischer Abstammung in Ungarn geboren, verfasste die Briefe in einer wichtigen Zeit seiner Karriere. 1869 war er durch Kaiser Wilhelm I. von Preußen zum Gründungsrektor der „Königlich Akademischen Hochschule für ausübende Tonkunst“ in Berlin berufen worden. Seine pädagogische Arbeit der kommenden Jahre prägte die spätere Musikhochschule Berlin entscheidend. Joachim avancierte zu einem der einflussreichsten Musiker seiner Zeit. Mit Johannes Brahms verband ihn seit Jugendjahren eine intensive Künstlerfreundschaft, schon dessen Klaviersonate C-Dur op. 1 ist „Joseph Joachim zugeeignet“.

Zur Sammlung des Lübecker Brahms-Instituts gehört ein bedeutender Teilnachlass von Joachim mit Musikautografen und -abschriften, zahlreichen Briefen sowie Fotografien, Konzertprogrammen und Zeitungsausschnitten. Das umfangreichste Konvolut umfasst rund 900 Schreiben an seinen älteren Bruder Heinrich und dessen Frau Ellen. Seit 2018 sind die Briefübertragungen und Digitalisate über die Website des Instituts für die Öffentlichkeit zugänglich. Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.brahms-institut.de.

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Lübeck, 21.11.2022

Stipendiaten der Marie-Luise Imbusch-Stiftung konzertieren

Am Samstag, 26. November lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) zusammen mit der Marie-Luise Imbusch-Stiftung zum Preiskonzert ein. Ab 18 Uhr präsentieren sich acht der diesjährigen Stipendiaten und Preisträger mit einem facettenreichen Programm aus drei Jahrhunderten.

Jährlich zeichnet die Marie-Luise Imbusch-Stiftung Stipendiaten der MHL sowie Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ und des Musikpädagogikpreises „Neue Konzepte“ aus. Acht von ihnen stellen sich im Preiskonzert am 26. November ab 18 Uhr auf der Bühne im Großen Saal vor. Auf dem Programm stehen virtuose und variantenreiche Werke aus drei Jahrhunderten in verschiedenen Besetzungen. Es sind Kompositionen für Flöte, Saxophon und Cello mit Klavier sowie für Harfe solo zu hören. Lucie Benediktova (Flöte), Max Gerke (Saxophon), Gero Leander Schmidt (Violoncello) sowie Lilli Kollmeier, Jonte Schröder und Flemming Thomsen am Klavier präsentieren sich als Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ mit Werken von Haydn, Godard, Poulenc und Neselovskyi.

Die 27-jährige MHL-Studentin Zoe Winter ist mit einem Deutschlandstipendium sowie mit einem Imbusch-Stipendium ausgezeichnet worden. Im Konzert präsentiert sie sich unter anderem mit „Cogitation“ der Australierin Natalie Wong, das die zahllosen Möglichkeiten der Konzertharfe zeigt. „Mit zehn Jahren fand ich zur Harfe und der vielseitige Klang dieses Instrumentes fasziniert mich bis heute“, sagt die Interpretin, die in Hamburg bereits einen Bachelorabschluss in Elementarer Musikpädagogik absolviert hat und jetzt in der Klasse von Prof. Gesine Dreyer studiert. „Mit diesem Stück regt Wong die Harfenisten dazu an, völlig neue Klänge an ihrem vertrauten Instrument zu entdecken: aufregend und ruhig, percussiv und melodiös zugleich.“ Weiterhin wird MHL-Professor Marno Schulze die Projekte vorstellen, die am Musikpädagogikpreis „Neue Konzepte“ teilgenommen haben und die Preisträger bekannt geben. Wilken Willand, Vorsitzender der Marie-Luise Imbusch-Stiftung verleiht im Anschluss die Urkunden an die jungen Musikerinnen und Musiker.

Der Eintritt zum Preiskonzert der Marie-Luise Imbusch-Stiftung ist frei. Weitere Informationen unter www.mh-lueeck.de.

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Lübeck, 17.11.2022

Saki Tozawa gewinnt 59. Possehl-Wettbewerb

Der 59. Wettbewerb um den Possehl-Musikpreis ist gestern in Lübeck entschieden worden: Erste Preisträgerin ist die Violinistin Saki Tozawa. Den zweiten Preis errang die Schlagzeugerin Mariia Shmeleva aus der Klasse von Prof. Johannes Fischer und den dritten Preis erhielt das Klavierduo Susanna De Secondi und Elias Opferkuch.

Die 21-jährige Japanerin Saki Tozawa aus der Klasse von Prof. Daniel Sepec setzte sich in der zweiten Runde gegen fünf weitere Finalisten durch und kann sich über den mit 5.000 Euro dotieren ersten Preis freuen. Die Jury überzeugte sie mit Werken von Bach und Boulez sowie mit Ausschnitten aus dem Violinkonzert e-Moll op. 64 vom Mendelssohn Bartholdy. Tozawa begann mit sechs Jahren das Geigenspiel und wurde bereits als Jugendliche mit nationalen und internationalen Auszeichnungen bedacht, so war sie 2015 die jüngste Preisträgerin beim „Music Competition of Japan” und gewann 2017 den zweiten Preis beim Tibor Varga International Violin Competition 2017 in Sion (Schweiz). Sie studierte an der Universität der Künste in Tokio und ist seit Oktober 2021 Studentin an der MHL.

Die 21-jährige Russin Mariia Shmeleva erspielte sich am Schlagzeug mit Werken von Bach, Wahlund, Kitazume und Cangelosi den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Preis. Sie studiert seit letztem Jahr in der Klasse von Prof. Johannes Fischer. Das Klavierduo mit Susanna De Secondi und Elias Opferkuch aus der Klasse Prof. Konrad Elser präsentierte sich vierhändig und an zwei Klavieren mit Werken von Mozart, Bach, Schubert und Brahms und gewann den dritten, mit 2.000 Euro dotierten Preis. Die beiden 26-jährigen Pianisten haben einen langen gemeinsamen musikalischen Werdegang, spielen aber erst seit drei Monaten als Klavierduo miteinander.

In zwei Runden waren 13 Studierende der Fächer Flöte, Horn, Violine, Schlagzeug und Klavier mit rund zwanzigminütigen Beiträgen gegeneinander angetreten. Der Juryvorsitzende Dr. Ole Krönert lobte bei der Preisbekanntgabe gestern Nachmittag im Großen Saal der MHL das künstlerisch hohe Niveau der Teilnehmer: „Großes Können und Leistungsfähigkeit wurden hier unter Beweis gestellt. Wir haben die Teilnehmer auch als Kunstschaffende kennengelernt“. Prof. Inge-Susann Römhild begründete die Entscheidung der Jury: „Saki Tozawa berührte mit ihrer Aussagekraft, ihrer Empathie, ihrer Stilsicherheit und ihrer perfekten Technik“. Beim Possehl-Musikpreis-Konzert am Samstag, 14. Januar 2023 stellen die Preisträgerinnen und Preisträger ihr Können zusammen mit den Preisträgern des Possehl-Wettbewerbs für zeitgenössische Musik und musikalische Aufführungskonzepte, der am 12. und 13. Januar in der MHL ausgetragen wird, vor großem Publikum unter Beweis. Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.mh-lubeck.de.

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Lübeck, 14.11.2022

Lübecker Kammerorchester begleitet MHL-Harfenistin in Solistenrolle

Das Lübecker Kammerorchester (LKO) ist am Samstag, 19. November wieder zu Gast in der Musikhochschule Lübeck (MHL). Unter Leitung von Bruno Merse erklingen ab 19.30 Uhr Werke der Romantik von Massenet, Boieldieu, Debussy und Mahler. Als Solistin ist MHL-Harfenistin Ricarda Kreutz zu hören.

Die Kooperation zwischen MHL und LKO bietet Studierenden erneut Gelegenheit, solistisch mit Orchesterbegleitung aufzutreten. Die junge Harfenistin Ricarda Kreutz hat sich in einem hochschulinternen Wettbewerb für ihre Solorolle qualifiziert und ist auf der Bühne im Großen Saal mit dem Harfenkonzert von François-Adrien Boieldieu zu erleben. Der französische Komponist schuf hauptsächlich Opern, aber neben Kammermusik für verschiedene Besetzungen auch ein Harfenkonzert. Obwohl weitgehend der Tradition klassischer Konzerte folgend, lässt der Komponist im zweiten Satz schon die aufkommende Romantik durchscheinen. „Mich fasziniert, wie Boieldieu spielerische Leichtigkeit und tiefgehende Ernsthaftigkeit in Einklang bringt“, sagt dazu Interpretin Ricarda Kreutz, die in der Klasse von Prof. Gesine Dreyer studiert. Sie ist Mitglied im Alveolar Trio, das von der Yeduhi Menuhin Stiftung „Live Music Now Hamburg“ gefördert und Akademistin beim Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck.

Weiterhin präsentiert das Orchester sinfonische Werke der Romantik wie Jules Massenets Poème symphonique „Visions“. Neben einem großen Orchester hat der Komponist eine Sologruppe vorgesehen, in der wiederum Ricarda Kreutz an der Harfe zu hören ist. Das Poème symphonique mutet mal zärtlich, mal robust-zupackend an und entfaltet seine Dramatik ganz nach romantischen Vorbild. In einer von ständigen Geldsorgen geprägten Zeit schrieb Claude Debussy sein erstes Meisterwerk, in dem er seinen eigenen Stil entwickelte und richtungsweisend für den musikalischen Impressionismus wurde. „Prélude à l'après-midi d'un faune“ entstand auf Grundlage eines Gedichtes von Stéphane Mallarmés über einen träumenden Faun. Obwohl der Dichter Vertonungen seiner Texte ablehnte, war er von Debussys Werk begeistert: Knapp zehn Minuten lang entführt es das Publikum mit seiner raffinierten Instrumentation und Klangfarbe in eine zauberhafte Welt. Ausschnitten aus Gustav Mahlers fünfter Sinfonie cis-Moll beschließen das Konzert mit einer Herausforderung für die Interpreten. „Die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand capiert sie!", notierte Mahler 1905 nach einer von ihm geleiteten Aufführung in Hamburg. Bei keiner anderen seiner Symphonien rang er so um die endgültige Gestalt. Drei Druckfassungen liegen vor und für nahezu jede Aufführung instrumentierte Mahler sie neu. Dass er allerdings mit diesem Werk einen neuen Weg beschritt, darüber herrschte in der Musikwelt früh Einigkeit. Im Gegensatz zu seinen ersten vier Sinfonien komponierte Mahler die fünfte ohne Gesang und realisierte mit ihr eine deutlich komplexere Satztechnik. Der erste Satz kommt als Trauermarsch und gewaltige Exposition daher, die Themen in den folgenden Sätzen verarbeitet Mahler mit großer musikalischer Varianz.

Das LKO wurde 1996 gegründet und vereint professionelle Musiker und ambitionierte Amateure zu einem Klangkörper. Chefdirigent Bruno Merse begann seine musikalische Karriere unter anderem als Konzertmeister der Lübecker Philharmoniker. Das Konzert setzt die mehrjährige Kooperation fort, die für eine wechselseitige Unterstützung der musikalischen Arbeit steht: MHL-Studierende erhalten die Gelegenheit, als Instrumental- oder Gesangssolist, Dirigent oder Komponist praktische Erfahrungen in der Arbeit mit einem Sinfonieorchester zu sammeln. Für ihre Solistenrollen haben die jungen Musikerinnen und Musiker sich vorher in einem hochschulinternen Wettbewerb qualifiziert.

Karten sind für 14 Euro und 19 Euro, ermäßigt 8 Euro und 12 Euro erhältlich unter www.mh-luebeck.de. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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Lübeck, 10.11.2022

Musikpädagogikpreis "Neue Konzepte"

Am Donnerstag, 17. November wird in der Musikhochschule Lübeck (MHL) zum sechsten Mal der Wettbewerb "Neue Konzepte" um den Musikpädagogikpreis der Marie-Luise Imbusch-Stiftung ausgetragen. Vier Finalisten wetteifern ab 17 Uhr um den mit 2.500 Euro dotierten Preis. Beim traditionellen Preiskonzert stellen sich die Gewinner des Musikpädagogikpreises am Samstag, 26. November um 18 Uhr gemeinsam mit den Stipendiaten der Marie-Luise Imbusch-Stiftung vor.

Vier Finalisten, die eine hochschulinterne Jury ausgewählt hat, stellen am Donnerstag, 17. November um 17 Uhr im Kammermusiksaal der MHL ihre musikpädagogischen Themen vor: Ein Musical mit dem Titel "Musik ist überall" hat das Team mit Nicole Calderon, Tim Haas und Lisa-Marie Lill als interdisziplinäres Projekt entwickelt. Mit ihrem selbstgeschriebenen Musical für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren wollen die drei Lübecker Musikpädagogikstudierenden die Parallelen zwischen Musizieren und menschlichem Zusammenleben aufzeigen und gleichzeitig musikalisches Grundwissen vermitteln. Lina Gronemeyer hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit "Klezmer als Phänomen in Deutschland" beschäftigt. In einer Literaturrecherche hat sie sich mit der Geschichte der Politisierung von Klezmermusik in Deutschland und den negativen Folgen der Reduzierung deutschjüdischer Kultur auf dieses Genre auseinandergesetzt. Benjamin Seeck widmet sich in seiner Bachelorarbeit der "Interkulturalität und Rassismussensibilität im Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen". Dabei geht es ihm um den Alltagsrassismus, der in allen Bereichen der Gesellschaft und im schulischen Musikunterricht präsent ist und in der Lehrkräfte-Ausbildung stärker thematisiert werden sollte. Laetitia Vögtler stellt ihre Masterarbeit "Über die Zusammenhänge von Auftrittsangst und Selbstbild" vor. Aus musikpädagogischer Perspektive nimmt sie das Phänomen Auftrittsangst in den Blick, die unter professionellen Musizierenden weit verbreitet ist und bis hin zur Berufsunfähigkeit führen kann. Dabei legt sie tieferliegende Glaubenssätze offen, die das ernstzunehmende Krankheitsbild begünstigen. Mit rund zwanzigminütigen Präsentationen werden die Studierenden ihre inhaltsreichen Projekte im vorstellen und Einblicke in ihre Studienarbeit ermöglichen.

Die Wettbewerbsjury besteht aus Schulleitern der Region, in diesem Jahr Dr. Michael Janneck (Johanneum zu Lübeck), Wulfila Kangastie (Emanuel-Geibel-Schule Lübeck) und Alireza Zare (Musikschule Pinneberg).
Mit dem Wettbewerb möchte die MHL auf die Bedeutung der musikpädagogischen Ausbildung hinweisen, mit der Musiklehrkräfte an Gymnasien, in Musikschulen oder in freier Tätigkeit auf ihren Beruf vorbereitet werden. Im Vergleich zu künstlerischen Wettbewerben gibt es nur wenige Preise für Musikpädagogik-Studierende.

Der Eintritt zum Wettbewerb "Neue Konzepte" und zum Preiskonzert ist frei.

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Lübeck, 10.11.2022

Wettbewerb um den Possehl-Musikpreis

Der 59. Wettbewerb um den Possehl-Musikpreis wird am Dienstag, 15. und Mittwoch, 16. November jeweils ab 10 Uhr öffentlich in der Musikhochschule Lübeck (MHL) ausgetragen. Die besten Studierenden der MHL-Instrumentalklassen sind dabei auf der Bühne im Großen Saal zu erleben.

In zwei Runden treten im Wettbewerb um den 59. Possehl-Musikpreis 13 Studierende der Fächer Flöte, Horn, Violine, Schlagzeug, Klavier und Klavier Duo gegeneinander an. Ihre rund zwanzigminütigen Programme präsentieren sie in der ersten Runde am Dienstag, 15. November ab 10 Uhr. Durch die breite Palette an Fächern ergibt sich ein abwechslungsreiches Programm: Es sind unter anderem Ausschnitte aus Sonaten, virtuosen Etüden und Instrumentalkonzerten aus Klassik und Romantik zu hören sowie moderne und zeitgenössische Werke. In der zweiten Runde präsentieren sich dann am Mittwoch, 16. November ab 10 Uhr die Finalisten, am Nachmittag werden die Gewinner bekannt gegeben.

Der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, weitere Preise und Prämien, unter anderem für die beste studentische Klavierbegleitung kann die Jury in Höhe von 6.500 Euro vergeben. Zu den Juroren gehören in diesem Jahr Dr. Ole Krönert (Vorsitz) und Prof. Inge-Susann Römhild als Vertreter der Possehl Stiftung. Als externe Juroren wirken Professor Gerd Uecker (Vorsitzender MHL-Hochschulrat), Katja Schaefer (Mitglied MHL-Hochschulrat) und Dr. Christian Strehk (Kieler Nachrichten) mit. Die MHL ist vertreten durch die Professoren Oliver Korte (Präsidium), Manfred Aust, Jens Thoben und Ulf Tischbirek.

Der Possehl-Musikpreis wird seit 1962 für MHL-Studierende ausgeschrieben. Renommierte Solisten und Ensembles, wie die Klarinettistin Shirley Brill, der Cellist Thomas Grossenbacher und das Artemis-Quartett waren Preisträger des Wettbewerbs. 2021 gewann ihn der litauische Pianist Augustinas Eidukonis.

Programm und Zeitablauf sind auf der MHL-Website unter Opens external link in new windowwww.mh-luebeck.de/termine zu finden. Der Eintritt zum Possehl-Wettbewerb ist frei.

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Lübeck, 07.11.2022

Nicola Leonard Hein neuer Professor für Digitale Kreation in Lübeck

Der international renommierte Klangkünstler, Gitarrist und Komponist Nicola Leonard Hein ist auf die Professur „Digitale Kreation“ berufen worden, die an der Musikhochschule Lübeck (MHL) neu eingerichtet wurde. Der vielfach ausgezeichnete 33-Jährige hat als Grenzgänger zwischen den Künsten weltweit musikalische und interdisziplinäre Projekte realisiert.

Als Professor für Digitale Kreation wird Nicola Leonard Hein den Studierenden der MHL künftig vermitteln, wie sie digitale Medien als gestalterisches Mittel interaktiv und intermedial einsetzen können. Der vielfach mit Preisen und Stipendien bedachte gebürtige Düsseldorfer ist als Klangkünstler international tätig. Er verbindet Klang, Raum, Licht und Bewegung zu neuen intermedialen Kunstwerken. Dabei setzt er unter anderem analoge und elektroakustische Instrumente, Synthesizer, analoge Elektrotechnik wie Motoren und Hubmagnete, interaktive Machine-Learning Systeme, Videoprojektionen und Augmented Reality ein. Ein wichtiges Element seiner Arbeit bildet auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden aus den Bereichen Musik, Videokunst, Tanz, Theater, Literatur und Malerei.

Zur neugeschaffenen Professur erläutert Oliver Korte, Vizepräsident der MHL: „Wir freuen uns, dass wir mit Nicola Leonard Hein einen international profilierten Künstler und Theoretiker für das neu eingerichtete Fach ‚Digitale Kreation‘ gewinnen konnten. Es wird eine Schlüsselposition in der Studienarchitektur der MHL einnehmen an der Schnittstelle zwischen den Kompositions-, Instrumental- und Vokalklassen und den Studiengängen zur Musikvermittlung.“ Mit der Schaffung der neuen Professur will die MHL gesellschaftliche Entwicklungen wie die Digitalisierung visionieren, kommentieren und mitgestalten. „Unsere Studierenden wollen wir auf aktuelle und zukünftige Berufsfelder optimal vorbereiten“, so Korte weiter. Zum traditionellen künstlerisch-musikalischen Bereich kämen auch kommerzielle Arbeitsfelder wie Dance, Electro, Werbung, Film, Game, vermittelnde Kreativwirtschaft, Theater, Tanz oder beispielsweise Innenstadtgestaltung hinzu.

Hein hat als Lehrbeauftragter bereits im Sommersemester an der MHL unterrichtet. Er ist begeistert von der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Dozierenden aus verschiedensten Fachbereichen − auch der anderen Lübecker Hochschulen. Seinen Studierenden möchte er Offenheit, kreative Neugierde und gedankliche Zielführung in der Auseinandersetzung mit Klang, Raum und digitaler Musikkultur vermitteln. Als nächstes Projekt plant er für seine Studierenden ein „Instrument Builders Ensemble“ in Kooperation mit dem Fablab Lübeck, in dem Studierende eigene elektronische Instrumente konzipieren und bauen sowie ein Seminar zur „Telematic Music Performance“. Im Gespräch ist der Avantgarde-Komponist ist unter anderem in Folge 16 des Podcasts „Gedankensprünge“ von Lübeck hoch 3 zu hören, in dem es um die Nachvollziehbarkeit von Wissenschaft und Kultur geht (www.gedankenspruenge-podcast.de).

 

 

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Lübeck, 03.11.2022

MHL-Studierende präsentieren "Lange Nacht der Holzbläser"

Zum zweiten Mal lädt die Musikhochschule Lübeck (MHL) am Freitag, 11. November zur "Langen Nacht der Holzbläser" ein. Studierende der MHL präsentieren in drei moderierten Konzerten um 18 Uhr, 20 Uhr und 22 Uhr diesmal die Welt der Klassik, darunter auch einige selten zu hörende Werke. Rund 50 Studierende der Holzbläserklassen mit Gästen aus den Horn-, Blechbläser- und der Schlagzeugklasse laden in drei Konzerten im Großen Saal zu einer vielfältigen klanglichen Reise durch die Klassik ein. Moderiert von Dozierenden der MHL, stehen Werke von Johann Christian Bach, Beethoven, Clementi, Donizetti, Mozart und Reicha auf dem Programm.

Unter dem Motto "Aufbruch" steht im ersten Teil der Holzbläsernacht ab 18 Uhr der böhmische Komponist Anton Reicha im Mittelpunkt. Die Studierenden präsentieren ein Ensemblestück in ungewöhnlicher Besetzung für Bläser, Kontrabässe, Trommeln und Feldkanonen, das Reicha zur Feier der französischen Republik schrieb – auf der Bühne im Großen Saal kommen statt Feldkanonen allerdings Pauken zum Einsatz. Reicha war ein langjähriger und enger Freund Beethovens, vor allem als Komponist für Bläser sehr geschätzt und arbeitete bis zu seinem Tod 1835 in Paris. Dort galt er als einer der einflussreichsten Lehrer, zu dessen Schülern auch Berlioz, Liszt, Franck und Gounod zählten. Mozarts Klavierquintett KV 452 ist ein kompositorisch experimenteller Aufbruch in ganz neue musikalische Sphären und mit seinen eigenen Worten "das Beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe".

Den zweiten Teil unter dem Motto "Concerto" leitet um 20 Uhr ein Nonett von Clementi für Bläser und Streicher ein. Auch mit der vierten Bläsersinfonie in B-Dur von Johann Christian Bach und Donizettis Sinfonie in g-Moll für neun Bläser in der italienischen Tradition der Blaskapellen sind unbekanntere Werke zu hören. Die dritte "Grande Symphonie de Salon" von Reicha wurde gar erst 2017 in Frankreich wiederentdeckt.

Unter dem Motto "Nachtmusik" beschließt ab 22 Uhr der dritte Teil die "Lange Nacht der Holzbläser". Hier sind mit Mozarts Adagio für Bassetthörner und seiner Serenade in c-Moll für Bläseroktett besinnlichere Klänge zu hören. Zum Abschluss erklingt Beethovens Rondino in Es-Dur für Bläseroktett mit einem langsamen Rondo, das im Nichts entschwindet und das Publikum zu später Stunde wieder nach Hause entlässt.

Karten können für 17 Euro und 22 Euro (ermäßigt 10 Euro und 14 Euro) online auf der Webseite der MHL unter www.mh-luebeck.de gebucht werden. Restkarten gibt es ab 17 Uhr an der Abendkasse der MHL (Konzerteingang: An der Obertrave).

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Lübeck, 10.10.2022

Chaos, Rätselkanons und Bohrmaschinen - Auftaktkonzert zur Konferenz "Musik und die Ordnung der Welt"

"Von Chaos, Rätselkanons und Bohrmaschinen" erzählt am Donnerstag, 13. Oktober um 19.30 Uhr das Auftaktkonzert zur internationalen Konferenz "Musik und die Ordnung der Welt", die bis zum 15. Oktober in der Musikhochschule Lübeck (MHL) stattfindet. Dozierende, Studierende und Gäste werden unter Leitung von Pieter-Jan Belder das Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung musikalisch ausloten.

Das Konzert spiegelt das Thema der interdisziplinären Konferenz "Musik und die Ordnung der Welt von der Antike bis zum 19. Jahrhundert", die in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der University of South Florida veranstaltet wird. Der Abend bringt eine spannende Auswahl selten aufgeführter Stücke für Klavier, Schlagzeug und Kammerorchester zu Gehör, mit Werken von Johann Sebastian Bach, György Ligeti, Jean-Féry Rebel, Alexander Scriabin und Claus-Steffen Mahnkopf, in denen die Komponisten Chaos und Ordnung auf je eigene Weise thematisieren.

Das Kammerorchester der MHL präsentiert unter der Leitung von Pieter-Jan Belder die 1737 komponierte Symphonie "Les Éléments" des französischen Barockkomponisten Jean-Féry Rebel, ein Schlüsselwerk des 18. Jahrhunderts. Mit einem heftigen Cluster als Abbild des Chaos beginnt das Stück, erst nach und nach schälen sich aus dem tönenden Durcheinander die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde heraus. Johann Sebastian Bach konstruierte mit seinem Kanon "Trias Harmonica" BWV 1072 in nur zwei Takten ein ganzes Weltgebäude in C-Dur: ein kühl kalkuliertes Experiment, das wie andere Kompositionen aus seiner Hand scharfe Kritik hervorrief, oder ein Beispiel für die Schönheit seiner Kunst als Zeichen der Vollkommenheit der Schöpfung?

In ihren Etüden für Klavier von 1903 und 1985 spielen Alexander Scriabin und György Ligeti auf der Mikroebene mit Ordnung und Chaos: Takte, Tonfolgen und rhythmische Muster verschieben sich auf faszinierende Weise gegeneinander – eine immense Herausforderung an die Virtuosität der jungen Pianistin Hyerin Hwang.

In Arbeitsschutzkleidung ist MHL-Schlagzeugprofessor Johannes Fischer im zehnminütigen Spektakel "metalized void" zu erleben, das der Leipziger Komponist Claus-Steffen Mahnkopf 2015/16 für Schlagzeug und Elektronik geschrieben hat. Mit Alltagswerkzeugen wird Fischer nach den Anweisungen der Partitur auf der Bühne im Großen Saal eine Granitplatte bearbeiten. Zu den Klängen von Bohrmaschine, Hammer, Meißel, zerschlagenen Gläsern und Zimbeln tritt eine Zuspielung, die Mahnkopf selbst an diesem Abend betreut. Ordnung und Chaos, Musik in Realzeit und elektronische Klänge, exakt notierte Aufführungsanweisungen und improvisatorisch gestaltete Zuspielung überlagern einander dabei fortwährend.

Auf der sich anschließenden Konferenz "Musik und die Ordnung der Welt von der Antike bis zum 19. Jahrhundert" am Freitag, 14. Oktober ab 10 Uhr und am Samstag, 15. Oktober ab 9.30 Uhr im Kammermusiksaal der MHL stellen fast zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa und Übersee neue Erkenntnisse vor. Themen sind unter anderen die antike Vorstellung der Sphärenharmonie, Musik und Alchemie im siebten Jahrhundert, die klösterliche Gesangspraxis und Rechtstheorie im Hochmittelalter sowie die Darstellung von Naturkatastrophen in der Oper des 19. Jahrhunderts. Die Keynote Lecture "Recht harmonisch. Musikalische Ordnungsvorstellungen im Rechtsdenken seit der Antike" hält die Juristin und Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Marietta Auer (Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie Frankfurt am Main und Justus-Liebig-Universität Gießen).

Die Tagung wurde konzipiert von der Wissenschaftsphilosophin Prof. Dr. Christine Blättler (Kiel), dem Philosophen Prof. Dr. Mor Segev (Tampa, FL) und der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Christiane Tewinkel (Lübeck). Der Eintritt zum Konzert und zur Konferenz ist frei. Weitere Informationen zum Konferenzprogramm gibt es auf der MHL-Webseite unter https://www.mh-luebeck.de/forschung/aktuell/.

Einen Kurzbericht zur Konferenz strahlt der Deutschlandfunk am Montag, 17. Oktober um 20.10 Uhr in seinem "Musikjournal" aus:Opens external link in new window www.deutschlandfunk.de/musikjournal.

 

 

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Lübeck, 06.10.2022

Neue Professur für Musizierendengesundheit in Lübeck

In Lübeck rückt mit einer neuen Professur der Musikhochschule Lübeck (MHL) und der Uni zu Lübeck (UzL) die Musizierendengesundheit in den Fokus. Daniel Sebastian Scholz wird ab Wintersemester 2022 die neue Stelle besetzen, die beide Hochschulen gemeinsam für Forschung, Lehre und Beratung geschaffen haben. Mit einem Schwerpunkt auf der mentalen Gesundheit Musizierender ist sie bisher einzigartig in Deutschland.

Die MHL und die UzL möchten mit der neuen Professur für Musizierendengesundheit, die von der Possehl-Stiftung mit 600.000 Euro anschubfinanziert wird, dem steigenden Bedarf an Beratung und Behandlung für Musikschaffende gerecht werden. Bundesweit gibt es bisher rund zehn musiker-medizinische Einrichtungen, Lübeck ist jedoch bislang der einzige Standort mit einer Spezialisierung auf neurologische, psychologische und psychotherapeutische Themen.

Daniel Sebastian Scholz ist Neurowissenschaftler, Diplom Psychologe, Verhaltenstherapeut und Musiker. Der 38-Jährige konnte in Hannover am Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin (IMMM) elf Jahre lang Erfahrungen zum Thema Musizierendengesundheit sammeln: „Der Bedarf an qualifizierter Beratung ist enorm und in den letzten Jahren auch stark angestiegen. Rund 50 Prozent der Musikerinnen und Musiker leidet beispielsweise zeitweise unter Lampenfieber. Immer mehr Hochschulen erkennen die Notwendigkeit hier vorzubeugen und zu unterstützen. Unser Schwerpunkt wird auf Prävention und der psychischen Gesundheit Musizierender liegen.“

Forschen wird Scholz in enger Verzahnung mit der Neurologie der UzL auf dem Unicampus im Center of Brain, Behavior and Metabolism (CBBM). Hier sind schon erste Forschungsprojekte zu den Themen mentale Belastung und zur neuronalen Plastizität Musikstudierender in Planung. Prof. Dr. Thomas Münte, Vizepräsident Medizin der Universität Lübeck: „Wir begrüßen die neue Professur außerordentlich. Sie wird nicht nur einen oft unterschätzten klinischen Bedarf abdecken, sondern auch zu einer weiteren Vernetzung der Lübecker Hochschulen beitragen. Die Forschungsthemen von Daniel Scholz sind unmittelbar anschlussfähig und es gibt schon sehr gute Kontakte in die hiesige Psychologie und Neurologie.“

Für die Studierenden der MHL und der UzL plant Scholz zunächst Vorlesungen zu den Grundlagen gesunden Musizierens, zu den Neurowissenschaften der Musik sowie ein Lampenfieber-Behandlungs-Seminar. Im neuen Büro der MHL im Lübecker Tesdorpfhaus wird er ab Oktober eine Beratungsstelle für Musikstudierende und Lübecker Musikprofis und Laien einrichten. Viele Musizierende leiden unter gesundheitlichen Problemen wie schmerzhaften Verspannungen, eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, Lampenfieber und Versagensängsten. Sie können gravierende Folgen für das Musizieren haben und im schlimmsten Fall das Ende der Karriere bedeuten. Ursachen sind Überbelastung, die durch zu viel Üben entsteht, psychischer Stress, Leistungsdruck oder die Handhabung des Instruments.

Daniel Sebastian Scholz wurde 1983 in Tübingen geboren. Er studierte Psychologie und Jazz-Komposition in Marburg und Osnabrück und promovierte am Zentrum für systemische Neurowissenschaften in Hannover. Seit 2011 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin (IMMM), der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und beschäftigte sich im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte mit der Auswirkung von Musik auf die psychische und physische Gesundheit. Zudem lehrte er an der HMTMH von 2015 bis 2019 als Dozent in den Bereichen Jazz-Komposition und Arrangement und pädagogische Psychologie. Seit Mai 2021 ist Scholz auch als approbierter klinisch psychologischer Psychotherapeut mit der Fachrichtung Verhaltenstherapie am IMMM tätig mit einem Schwerpunkt auf der psychischen Gesundheit Musikschaffender. Er spielt Gitarre und Klavier, unter anderem in der Psycho-Rap-Rock-Band „Ego Super“ und ist Mitbegründer und Betreiber des eigenen Plattenlabels „quadratisch rekords“.

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Lübeck, 05.10.2022

MHL-Sinfonieorchester eröffnet neue Konzertsaison

Mit einem Sinfoniekonzert eröffnet das MHL-Sinfonieorchester am Samstag, 8. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Saal die neue Konzertsaison an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Unter Leitung der britischen Gastdirigentin Catherine Larsen-Maguire (Berlin) erklingt ein kontrastreiches Programm mit Bruchs Doppelkonzert für Klarinette, Viola und Orchester op. 88 mit Jens Thoben (Klarinette) und Pauline Sachse (Viola) als Solisten, „Metastaseis“ von Xenakis und Bartóks Konzert für Orchester.

Mit Semesterbeginn starten achtzig Studierende der MHL in eine Arbeitsphase des MHL-Sinfonieorchesters, das gleichfalls die neue Konzertsaison eröffnet. Erstmals übernimmt Gastdirigentin Catherine Larsen-Maguire die Leitung. Die in Manchester geborene und mittlerweile in Berlin lebende Dirigentin musizierte als Fagottistin mit zahlreichen renommierten Orchestern, bevor sie sich vollständig dem Dirigat zuwandte. Larsen-Maguire, die gerne auch mit Jugend- und Studierendenorchestern arbeitet, erläutert: „Junge Musiker sind von Beginn an enthusiastisch und begeisterungsfähig, ich genieße die Arbeit mit ihnen sehr. In diesem Konzert unterscheiden sich die Werke der drei Komponisten im Stil sehr voneinander, und wir müssen für jedes Stück eine passende Art zu spielen finden, um drei unterschiedliche Klangwelten zu erzeugen“.

Das selten aufgeführte Doppelkonzert für Klarinette, Viola und Orchester e-moll op. 88 schrieb Max Bruch (1838-1920) in seiner späten Lebensphase im Anklang an frühere Schöpfungen und vergangene Musikepochen. Es ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich: Bruch schrieb es für seinen Sohn, einen hervorragenden Klarinettisten. Die Aufnahme durch Publikum und Fachkollegen war verhalten, wohl auch deshalb, weil Bruch als unerschütterlicher Romantiker an seinen frühromantischen Idealen und seinem großem Vorbild Felix Mendelssohn Bartholdy gegen alle modernen Tendenzen festhielt. Originell wirkt die Kombination der beiden Soloinstrumente Klarinette und Bratsche – in reizvollem Kontrast gespielt von den MHL-Professoren Jens Thoben und Pauline Sachse. Auch die Abfolge der drei Sätze mit einem langsamen Satz zu Beginn und einer Steigerung in Tempo und Intensität in den Folgesätzen ist ungewöhnlich.

Der griechische Komponist Iannis Xenakis (1922-2001) war gelernter Architekt und näherte sich auf naturwissenschaftlichem Wege der Musik. Sein bekanntestes Werk „Metastaseis“ bildet mit brachialen Klangmassen seine Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg ab. Der Komposition liegt eine geometrische Konstruktion zugrunde, mit der Xenakis völlig neuartig strukturierte Klänge erzeugt. Das Orchester wird dabei in 61 eigenständig geführte Stimmen aufgelöst. Zur Uraufführung bei den Donaueschinger Musiktagen 1955 schrieb der Komponist: „Der Hörer muss gepackt und, ob er will oder nicht, in den Kreis der Töne gezogen werden, ohne dass er deswegen eine besondere Ausbildung brauchte. Der sinnliche Schock muss ebenso fühlbar sein wie beim Anhören des Donners oder beim Blick in den unendlichen Abgrund."

Béla Bartók (1881-1944) komponierte das Konzert für Orchester Sz 116 nach fünfjähriger Pause in seinen späten Jahren für die Bostoner Symphoniker. Schwer krank und in finanziellen Schwierigkeiten, kam der Auftrag für das Stück im Mai 1943 gerade recht. Es ist das letzte Stück für Orchester, das Bartók vor seinem Tod schrieb. Das fünfsätzige Werk gehört zu den meist gespielten Stücken des Komponisten und birgt eine große Bandbreite an Gefühlen und Virtuosität.

Das Konzert findet am Samstag, 8. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Saal der MHL statt und wird am Sonntag, 9. Oktober um 17 Uhr wiederholt. Der Eintritt kostet 14 Euro und 19 Euro, ermäßigt 8 Euro und 12 Euro. Karten sind in allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich. Restkarten gibt es eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse (An der Obertrave).

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Lübeck, 04.10.2022

6. Internationaler Buxtehude-Orgelwettbewerb in Lübeck entschieden

Der sechste Internationale Buxtehude-Orgelwettbewerb, den die Musikhochschule Lübeck (MHL) und die Hochschule für Musik und Theater Hamburg vom 24. bis zum 30. September in Lübeck, Hamburg und Mölln veranstaltet haben, ist entschieden.

Den mit 8.000 Euro dotierten ersten Preis des diesjährigen internationalen Buxtehude-Orgelwettbewerbs, gestiftet von der „Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck“, erspielte sich Sunkyung Noh aus Südkorea. Die 28-Jährige studierte Orgel in Seoul und in Hamburg bei Wolfgang Zerer. Der von der „Dräger-Stiftung“ ausgelobte zweite Preis in Höhe von 5.000 Euro ging an Alexander Little aus Großbritannien. Der dritte, mit 3.000 Euro dotierte Preis der „Oscar und Vera Ritter-Stiftung“ wurde dem deutschen Organisten Frederik Kranemann zuerkannt.

Die drei Preistragenden hatten sich unter 18 Teilnehmenden aus Polen, Deutschland, Spanien, Korea, Japan und den USA für das Finale qualifiziert, das in St. Jakobi Lübeck ausgetragen wurde. Die jungen Organistinnen und Organisten wetteiferten in drei Runden an den wertvollen historischen Orgeln in drei Kirchen miteinander: an der Stellwagen-Orgel in St. Jakobi Lübeck, der Flentrop-Orgel in der Hamburger St. Katharinen Kirche und erstmals an der erst im Mai eingeweihten Scherer-Bünting-Orgel in St. Nicolai Mölln. Konzerte in den drei Städten luden dazu ein, die internationalen Juroren, Finalisten und Preisträger zu erleben.

In der international besetzten Jury unter Vorsitz von Jon Laukvik arbeiteten Bine Bryndorf, Edoardo Belotti, Pieter van Dijk, Arvid Gast, Matthias Neumann, Jean-Baptiste Robin, Krzysztof Urbaniak und der Musikjournalist Claus Fischer mit.

Der Buxtehude-Orgelwettbewerb ist weltweit der einzige Wettbewerb, der sich dem Thema Alte Musik in Verbindung mit der Norddeutschen Orgelkultur verschrieben hat. Namensgeber Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707) ist ihr wichtigster Vertreter und gehört zu den großen europäischen Musikerpersönlichkeiten des Barock. Der Wettbewerb wird alle drei Jahre ausgetragen und musste pandemiebedingt um ein Jahr verschoben werden. Eine Fortsetzung ist für das Jahr 2025 geplant.

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Lübeck, 10.09.2022

Klaus Florian Vogt gibt Meisterkurs für MHL-Studierende auf Gut Hasselburg

Der international renommierte Sänger Klaus Florian Vogt gibt vom 16. bis zum 18. September auf Gut Hasselburg einen öffentlichen Meisterkurs für Studierende der Musikhochschule Lübeck (MHL). In einem Abschlusskonzert am Sonntag, 18. September um 16 Uhr präsentieren die Gesangsstudierenden, moderiert von NDR Kultur-Moderator Hans-Jürgen Mende, ihre Arbeitsergebnisse.

Klaus Florian Vogt, einer der herausragenden Wagner-Tenöre der Gegenwart, ist seit September 2021 Honorarprofessor an der MHL. Nun gibt er seine Erfahrungen an Gesangsstudierende im Rahmen seines ersten Meisterkurses an der MHL weiter. Mit acht jungen Sängerinnen und Sängern aus allen Gesangsklassen der MHL erarbeitet er Lieder und Arien des Deutschen Repertoires. Beim Unterricht kann man dem gefragten Sänger, der weltweit an allen großen Opernhäusern und Festivals gastiert, von Donnerstag, 16. September bis Samstag, 18. September über die Schulter schauen.

Beim Abschlusskonzert am Sonntag, 18. September um 16 Uhr stehen die Gesangsdarbietungen der Studierenden im Mittelpunkt. Zu Beginn der Veranstaltung führt der bekannte NDR Kultur-Moderator Hans-Jürgen Mende ein Gespräch mit Klaus Florian Vogt unter anderem über seine Karriere und sein Repertoire.

Der aus Norddeutschland stammende Tenor begann seine Karriere als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. 1994 nahm er parallel ein Gesangsstudium an der MHL bei Prof. Günter Binge auf. Klaus Florian Vogt erzählt: „Mit der Musikhochschule Lübeck bin ich emotional eng verbunden, denn hier hat meine Gesangskarriere ihren Anfang genommen. Durch die Honorarprofessur kehre ich nun zur Hochschule zurück und freue mich sehr, den Faden wiederaufzunehmen und mit den von mir geleiteten Meisterkursen etwas zurückgeben zu können. Besonders freue ich mich auf den Austausch mit den Studierenden.“

Meisterkurs und Konzert finden auf Kultur Gut Hasselburg (Allee 8, 23730 Hasselburg) statt. Klaus Florian Vogt unterrichtet am Freitag, 16. September und am Samstag, 17. September von jeweils 11 Uhr bis 14 Uhr und von 16 Uhr bis 19 Uhr, am Sonntag, 18. September von 10 Uhr bis 13.30 Uhr. Der Eintritt zum Meisterkurs ist frei. Konzertkarten (Einlass ab 15 Uhr) sind für 20 Euro und 25 Euro erhältlich bei Opens external link in new windowwww.luebeck-ticket.de.

Klaus Florian Vogt ist nicht nur gefragter Gast an allen großen Opernhäusern, sondern auch bei vielen internationalen Festivals. Zu seinem Repertoire gehören Partien wie Lohengrin, Tannhäuser, Parsifal, Stolzing und Siegmund, aber auch Rollen wie Florestan („Fidelio“) und Prinz („Rusalka“). Seit 2007 singt Vogt bei den Bayreuther Festspielen, 2019 war er auch bei den Salzburger Osterfestspielen zu erleben. Auch als Konzert- und Liedsänger hat Vogt sich einen Namen gemacht. Er arbeitet mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen, unter anderem mit Daniel Barenboim, Andris Nelsons, Christian Thielemann und Simone Young. 2019 verbuchte er in der Hamburger Elbphilharmonie mit Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ in einer kammermusikalischen Fassung einen großen Erfolg. Zahlreiche Einspielungen dokumentieren sein breites Repertoire, darunter seine drei Solo-Alben „Helden“, „Wagner“ und „Favorites“. 2019 verlieh ihm der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg den Ehrentitel „Hamburger Kammersänger“. Weitere Infos unter Opens external link in new windowwww.klaus-florian-vogt.de.

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Lübeck, 09.09.2022

Sechster Internationaler Buxtehude-Orgelwettbewerb Konzerte in Lübeck, Hamburg und Mölln

Zum sechsten Mal lobt die Musikhochschule Lübeck (MHL), in diesem Jahr zusammen mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, den Internationalen Buxtehude-Orgelwettbewerb aus. Er wird vom 23. September bis zum 1. Oktober an den historischen Orgeln in Lübeck, Hamburg und erstmals auch in Mölln ausgetragen. Konzerte in den drei Städten laden ein, die internationalen Juroren, Finalisten und Preisträger zu erleben.

18 junge Organistinnen und Organisten aus Polen, Deutschland, USA, Spanien, Korea, Japan und anderen Ländern nehmen am Wettbewerb teil und wetteifern in drei Runden an den wertvollen historischen Orgeln in drei Kirchen miteinander: an der Stellwagen-Orgel in St. Jakobi Lübeck, der Flentrop-Orgel in der Hamburger St. Katharinen Kirche sowie der Scherer-Bünting Orgel in St. Nicolai in Mölln.

Die Öffentlichkeit kann in mehreren Konzerten am Wettbewerb teilhaben. Im Jurykonzert I geben am Montag, 26. September um 20 Uhr Mitglieder der international besetzten Jury an der Scherer-Bünting-Orgel in der Möllner St. Nicolaikirche ein Konzert: Bine Bryndorf (Dänemark), Jean-Baptiste Robin (Frankreich), Krzysztof Ubaniak (Polen) und Edoardo Belotti (Italien) bringen mit Werken von Buxtehude, Bruhns, Bach die erst im Mai eingeweihte Scherer-Bünting Orgel zum Klingen. Sie ist mit dem größten historischen Pfeifenbestand aus der berühmten Orgelwerkstatt von Jakob Scherer weltweit einmalig. Im Jurykonzert II sind die Juroren am Mittwoch, 28. September dann um 19 Uhr an der Flentrop-Orgel in St. Katharinen Hamburg zu hören. Schwerpunkt des Programms bilden Werke von Johann Sebastian Bach, der die Katharinenorgel nachweislich gespielt und sehr geschätzt hat.

In der Finalrunde in der Lübecker St. Jakobikirche ist am Freitag, 30. September ab 16 Uhr der Wettstreit unmittelbar zu erleben: Die am Vorabend in Mölln ausgewählten drei Finalisten konzertieren dann um 16 Uhr, 17 Uhr und 18 Uhr mit jeweils rund 45-minütigen Konzerten. Auf dem Programm stehen Werke von Buxtehude, Bach sowie das von Franz Danksagmüller für den Wettbewerb komponierte „There Is No Free Will“ für Live-Elektronik und Orgel, bei dem Gehirnströme in Klang umgesetzt wurden und mit der Orgel in Dialog treten. Um 20 Uhr gibt die Jury unter Vorsitz des Norwegers Jon Laukvik dann die Preisträger bekannt. Im Anschluss werden die mit insgesamt 16.000 Euro dotierten Preise vergeben, die von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck, der Dräger Stiftung sowie der Gerhard Trede-Stiftung und der Oscar und Vera Ritter-Stiftung in Hamburg zur Verfügung gestellt werden. Im Preisträgerkonzert am Samstag, 1. Oktober in St. Katharinen Hamburg stellen die Preisträger ihr Können um 19 Uhr mit Werken von Scheidemann, Buxtehude, Bach und Danksagmüller noch einmal vor Publikum unter Beweis.

Der Buxtehude-Orgelwettbewerb ist weltweit der einzige Wettbewerb, der sich dem Thema Alte Musik in Verbindung mit der Norddeutschen Orgelkultur verschreibt. Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707), Namensgeber des Wettbewerbs, ist ihr wichtigster Vertreter und gehört zu den großen europäischen Musikerpersönlichkeiten des Barock. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.mh-luebeck.de.

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Lübeck, 08.09.2022

Musik und die Ordnung der Welt: Internationale Konferenz in Lübeck

Vom 13. bis zum 15. Oktober veranstaltet die Musikhochschule Lübeck (MHL) die internationale und interdisziplinäre Konferenz „Musik und die Ordnung der Welt von der Antike bis zum 19. Jahrhundert“. Die Tagung findet in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der University of South Florida statt.

Wie wirken Ordnungssysteme in der Musik mit dem Konzept einer sinnvoll geordneten Welt zusammen? Rund zwanzig Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Puerto Rico und den USA präsentieren neue Erkenntnisse zur antiken Vorstellung der Sphärenharmonie, zu Musik und Alchemie im siebten Jahrhundert, zu klösterlicher Gesangspraxis und Rechtstheorie im Hochmittelalter oder der Darstellung von Naturkatastrophen in der Oper des 19. Jahrhunderts.

Die Keynote Lecture „Recht harmonisch. Musikalische Ordnungsvorstellungen im Rechtsdenken seit der Antike“ hält die Rechtswissenschaftlerin und Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Marietta Auer (Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie Frankfurt am Main und Justus-Liebig-Universität Gießen).

Zum Auftaktkonzert am 13. Oktober spielen Studierende der MHL unter der Leitung von Pieter-Jan Belder Kompositionen für Klavier, Schlagzeug und Kammerorchester, die die Spannung zwischen Ordnung und Unordnung auf je eigene Weise zu Gehör bringen. Auf dem Programm stehen Werke von Johann Sebastian Bach, György Ligeti, Claus-Steffen Mahnkopf (in Anwesenheit des Komponisten), Jean-Féry Rebel und Alexander Scriabin.

Die Tagung wurde konzipiert von der Wissenschaftsphilosophin Prof. Dr. Christine Blättler (Kiel), dem Philosophen Prof. Dr. Mor Segev (Tampa, FL) und der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Christiane Tewinkel (Lübeck). Sie richtet sich an das Fachpublikum ebenso wie die interessierte Öffentlichkeit. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch, der Eintritt zu Konzert und Vorträgen ist frei. Anmeldungen werden erbeten unter anmeldung.musikwissenschaft@mh-luebeck.de, weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.mh-luebeck.de/forschung/aktuell/.

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Lübeck, 02.09.2022

Innovative Recherche-Plattform zum Komponisten Brahms − Lübecker Brahms-Institut entwickelt digitales „Brahms-Portal“

Mit dem Brahms-Portal, einer neuen frei zugänglichen Online-Plattform, wird das Lübecker Brahms-Institut zu einem digitalen Knotenpunkt für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ende August ist das Projekt an den Start gegangen.

Das Brahms-Portal verknüpft 43.000 Digitalisate auf innovative Weise und ermöglicht für Wissenschaft und allgemeine Öffentlichkeit einen komplett neuen Zugang zur wertvollen Sammlung des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Die historisch bedeutenden Quellen zum Komponisten Johannes Brahms gelten als nationales Kulturgut ersten Ranges. Das Projekt wird mit einer Förderung von insgesamt 800.000 Euro im Rahmen des Exzellenz- und Strukturbudgets des Landes Schleswig-Holstein sowie durch die Lübecker Possehl-Stiftung realisiert. In der dreijährigen Projektlaufzeit bereitet ein Team aus Musikwissenschaftlerinnen, Musikwissenschaftlern und IT-Fachleuten das kulturelle Erbe semantisch auf und reichert es wissenschaftlich fundiert mit Informationen zu den Werken von Brahms an.

Projektleiter Wolfgang Sandberger, der als Professor für Musikwissenschaft das Lübecker Brahms-Institut leitet, erläutert das Projekt: „Im Mittelpunkt des Brahms-Portals steht eine vernetzte Werkliste, in der alle Quellen unserer Sammlung inhaltlich verknüpft sind. Wenn Sie zum Beispiel das Klavierquartett op. 26 suchen, finden Sie auf einen Blick die Werkeinführung, die wertvolle Handschrift von Brahms, den Erstdruck, Fotografien aus dem Entstehungszeitraum, den Programmzettel der Erstaufführung, Briefe mit inhaltlichem Bezug – und Sie können das Werk auch online hören! Diese Zusammenführung aller werkspezifischen Quellen ist ein echter Gewinn für alle Interessierten.“

Herzstück des 1991 gegründeten Brahms-Instituts ist die umfangreiche Quellensammlung zu Johannes Brahms (1833 – 1897) und seinem Umfeld. Mit einem 360°-Gang durch die Ausstellungsräume der denkmalgeschützten Villa Brahms bietet das „Brahms-Portal“ einen weiteren attraktiven Zugang zu dem einzigartigen kulturellen Erbe. Die hohen technischen und bibliothekarischen Standards ermöglichen den Anschluss unter anderem an das „Digitale Kulturwerk Lübeck“, die „Deutsche Digitale Bibliothek“ oder die „Europeana“. Während die inhaltliche Kompetenz bei den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Brahms-Institut liegt, sind für die technische Umsetzung und Projektsteuerung die externen Partner Dataport, digiCULT und VGZ Göttingen verantwortlich.

2025 soll das neue Brahms-Portal online gehen. Weitere Informationen unter Opens external link in new windowwww.brahms-institut.de

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Lübeck, 30.08.2022

Kirchenmusikstandort Lübeck: "Kreativtage" ermöglichen Einblick in neuen Master Kirchenmusik

Die Musikhochschule Lübeck (MHL) hat ihren Masterstudiengang Kirchenmusik neu konzipiert. Künftig stehen eine individuelle Profilierung sowie eine Konzentration auf eigenes kreatives Schaffen im Zentrum des Studiums. Interdisziplinär und projektorientiert angelegt, eröffnet es Studierenden als späteren Kirchenmusikschaffenden neue und kreative Wege in ihrer Gemeinde. Einblicke in das Lübecker Studium sind für Studieninteressierte, Studierende und bereits Berufstätige im Rahmen der ersten Lübecker "Kreativtage Kirchenmusik" vom 20. bis zum 23. Oktober möglich.

Einen Einblick in die innovative Lübecker Ausbildung können sich Studieninteressierte, Studierende und Berufstätige im Rahmen der ersten "Kreativtage Kirchenmusik" verschaffen, die die MHL vom 20. bis zum 23. Oktober veranstaltet. Es gibt Einzel- und Gruppenunterricht, Studienberatung und projektbezogenes Arbeiten an den historischen Orgeln in den Lübecker Kirchen und in der MHL.

Der traditionelle Kirchenmusikstandort Lübeck will sich mit dem neuen Master Kirchenmusik für die Zukunft aufstellen. Kirchenmusikschaffende sollen interdisziplinär ausgebildet werden und vom reinen Reproduzieren historischer Musik hin zum Erschaffen aktueller Musik geführt werden. Diese Ausrichtung ist bisher einmalig in Deutschland. Kirchenmusikstudierende werden dafür in Lübeck von einem Netzwerk Dozierender aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie Improvisation, Neue Medien, Popularmusik sowie den klassischen Fächern Orgel, Gesang und Chorleitung betreut und können nach individueller Neigung verschiedene Schwerpunkte wählen. Fächerübergreifendes und projektbezogenes Arbeiten sowie individuell zusammenzustellende Studieninhalte mit Fächern wie Songwriting, Multimediale Musik oder BigBand sollen die Kirchenmusikstudierenden dabei unterstützen, zu eigenständigen und schöpferischen Künstlerpersönlichkeiten heranzureifen. "Unsere Absolvierenden sollen später in der Lage sein, Projekte in ihrer Gemeinde zu realisieren, die so eigen und individuell sind, dass sie nur dort stattfinden können und gerade dadurch eine Strahlkraft in die Region entwickeln", erläutert Orgelprofessor Franz Danksagmüller, der seit Februar auch Vorsitzender der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Ausbildungsstätten für katholische Kirchenmusik in Deutschland (KdL) ist. Als Dozierende der verschiedenen Fachrichtungen wirken an den "Kreativtagen Kirchenmusik" unter anderen Franz Danksagmüller und Arvid Gast (Orgel, Improvisation), Andrea Heß (Gesang), Frank Maximilian Hube und Johannes Knecht (Dirigieren, chorische Improvisation), Laurens Patzlaff (Jazzklavier und Angewandtes Klavierspiel), Bernd Ruf (Popchor und Bandleitung), Julie Silvera (Jazz- und Popgesang) sowie Bernd Schwarze (Theologisch-ästhetische Begleitung) mit.

Die "Kreativetage Kirchenmusik" sind Bestandteil der Schnupperkurse für Studieninteressierte, die die MHL in verschiedenen Fächern und Studiengängen jedes Jahr anbietet. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.mh-luebeck.de.

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