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Lübeck, 25.06.2020

"Virtuelle Zauberflöte"

Lübecker Gesangsstudierende präsentieren komplett virtuelle Oper

An der Musikhochschule Lübeck (MHL) entsteht "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart erstmals als komplett virtuelle Oper. Mit der "Virtuellen Zauberflöte" wagen Gastregisseur Anthony Pilavachi, Gastdirigent Mark Rohde und MHL-Korrepetitor Robert Roche ein Experiment, das die Isolierung in Corona-Zeiten widerspiegelt: Ihre Partien bringen die 24 jungen Gesangssolisten der MHL jeweils auf ihre eigene Bühne im heimischen Wohnzimmer. Dennoch soll die "Virtuelle Zauberflöte" zu einem Gesamtkunstwerk mit viel Emotion und Interaktion werden. Die Online-Premiere findet am Montag, 17. August um 18 Uhr statt.

Mit nur wenigen Requisiten und ohne Kulissen werden Gesangsstudierende der MHL die erste komplett online entstandene "Zauberflöte" aufführen. Alle Proben finden über eine Online-Plattform statt, die sich in der Bildungslandschaft in Coronazeiten etabliert hat. An die hundert Online-Sitzungen für musikalische und szenische Proben sowie Organisation wird es bis zur fertigen "Zauberflöte" brauchen. Der international renommierte Regisseur Anthony Pilavachi, der in Lübeck insbesondere mit seinen "Ring"-Inszenierungen Furore gemacht hat, erläutert: "Die Zauberflöte eignet sich gut für dieses digitale Experiment, das meines Wissens weltweit einmalig ist. Der berühmte Opernstoff hat eine unglaublich humanistische Botschaft und steckt voller Gefühle, die sich zu allen Zeiten und an allen Orten abspielen können, auch in den Wohnzimmern unserer Tage."

Die Idee zur virtuellen Zauberflöte wurde durch die Corona-Einschränkungen geboren. Korrepetitor Prof. Robert Roche erläutert: "Uns war klar, dass wir die geplante Inszenierung der Zauberflöte in Lübeck und Bad Oldesloe mit den neuen Sicherheitsregeln nicht würden realisieren können. Um unseren szenischen Projektunterricht dennoch zu gewährleisten, haben wir beschlossen radikal zu sein: eine Oper komplett im virtuellen Raum, in dem die Sängerinnen und Sänger nur in ihrer Vorstellung miteinander agieren. Es ist ein Experiment und wir sind selber gespannt, wie es funktionieren wird."

Sind alle Rollen zufriedenstellend einstudiert, schicken die Gesangsstudierenden ihre eigenen Videoaufnahmen an Mark Rohde, der damit gleichfalls zum Technischen Leiter des Projektes wird. Er legt die Gesangsstimmen am Rechner über seine separat eingespielte Klavierbegleitung mit Dirigiervideo, die entstandenen Filmausschnitte setzt Pilavachi abschließend zum Gesamtkunstwerk "Virtuelle Zauberflöte" zusammen.

"Die Videokonferenzprogramme, die wir für die Probenarbeit nutzen, sind für Sprache, nicht für Gesang optimiert. Die zeitliche Verzögerung durch das Internet erschwert die Arbeit zusätzlich", beschreibt der international gefragte Dirigent, stellvertretende Generalmusikdirektor (GMD) am Nationaltheater Mannheim und neue GMD am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin, die Herausforderungen bei der Probenarbeit. "Es geht uns nicht um die Illusion einer makellosen Aufführung, vielmehr ist der Weg das eigentliche Ziel: nämlich den Gesangsstudierenden auch in diesen Ausnahmezeiten eine intensive musikalische Arbeit und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen."

Viele der Rollen sind dreifach besetzt, damit sich möglichst viele Studierende am experimentellen Opernprojekt beteiligen können. Es singen in den Hauptrollen Celina Denden und Rocio Reyes Romero (Pamina); Wonjun Joo, Marius Pallesen und Zixing Zhang (Tamino); Jasmin Delfs, Anna Eufinger und Natalie Helgert (Königin der Nacht) sowie Changhyun Yun (Sarastro). Mit der Premiere eröffnet die MHL gleichzeitig die Nachsaison zum Sommersemester, in der durch Corona-Einschränkungen ausgefallener Präsenzunterricht nachgeholt werden soll.

Die "Virtuelle Zauberflöte" ist in einer gekürzten, rund eineinhalbstündigen Fassung zu sehen. Sie feiert am 18. August um 18 Uhr im Rahmen der "MHL-Studios" Premiere und kann unter www.mh-luebeck.de abgerufen werden.

Hintergrund − Eine Probenimpression

Regisseur Anthony Pilavachi sitzt während der laufenden Probe in Köln, der Korrepetitor Robert Roche in Hannover, Rocio Reyes in der Rolle der Pamina in Hamburg. Sie singt ihre Partie mit einem Mikrofon im Ohr zur Klavierbegleitung, die Mark Rohde für sie eingespielt hat. Pilavachi coacht die chilenische Masterstudentin über den Bildschirm: „Bleib eine starke junge Frau, fall' nicht zurück in die Rolle des schwachen jungen Mädchens aus dem 19. Jahrhundert, das passt nicht zu Mozart". Obwohl die Technik manchmal streikt und Musik und Mundbewegungen nicht synchron laufen, versucht der Regisseur den Klang- und Körperausdruck genau abzunehmen und leitet die Studentin so lange zur Wiederholung an, bis ihr Gesamtausdruck authentisch ist. Pilavachi geht es in erster Linie um diese Authentizität der Gefühle, die die Gesangsstudierenden in ihrer Rolle finden sollen. Auch Caspar Krieger, der im Anschluss seine Online-Probe hat, feilt so lange an seiner Arie, bis die Zerrissenheit des Monostatos zwischen Aggression, Leidenschaft und Schmerz förmlich spürbar wird. Anders als bei herkömmlichen Filmaufnahmen entscheidet allein der Sänger, wie nah ihm der Zuschauer am Bildschirm dabei kommt. Dabei muss er lernen, mit einer Pamina zu kommunizieren, die nur in seiner Vorstellung existiert und die er allenfalls über ein Profilbild an seinem Rechner sehen kann, denn die beiden trennen während der Proben rund 300 Kilometer. Pilavachi zu den Proben: "Die Arbeit am Bildschirm ist ungeheuer intensiv. Die Studierenden brauchen eine viel präzisere Theatersprache als auf der Bühne und eine ungemein hohe Intensität im Ausdruck, damit die Rollenpartner damit weiterarbeiten können, quasi einen Trampolin für ihre Gefühle bekommen."

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Lübeck, 24.06.2020

"1to1concerts" mit Studierenden der MHL

Mit Abstand! das kleinste Konzertformat

In Lübeck geht das Konzertformat "1to1concerts" mit Studierenden der Musikhochschule Lübeck (MHL) an den Start. An ungewöhnlichen Konzertorten bringen die jungen Interpreten mit einem Minikonzert für nur eine Person ein Stück Kultur zurück in den Alltag. Bisher in 13 deutschen Städten vertreten, geht das einem speziellen Ritual folgende Konzept im Norden erstmals an den Start.

Mit seiner Vielzahl an einzigartigen Orten schafft das "1to1concert" ein buntes Mosaik an neuen Konzertorten, belebt die Kulturlandschaft und bringt Leben zurück in die Lübecker Geschäfte. Studierende verschiedenster Instrumentengruppen und Studiengänge der MHL haben sich von dem Projekt begeistern lassen und laden zu einer einzigartigen und berührenden Erfahrung im Alltag ein. Bei den "1to1concerts" findet eine etwa 10-minütige Eins-zu-eins Begegnung zwischen Interpretierenden und Zuhörenden statt. Ein eröffnender Blickkontakt ist der Impuls für ein sehr persönliches Konzert − eine ungewöhnliche, aber für beide Seiten intensive Erfahrung, die Nähe trotz Distanz ermöglicht.

Pauline Sachse, Professorin für Viola an der MHL und Initiatorin der Lübecker "1to1concerts" beschreibt ihre Eindrücke: "2010 hat mich die Performance "The Artist is Present" von Marina Abramovic im MOMA in New York sehr fasziniert. Die "1to1concerts" sind davon inspiriert und nehmen Bezug auf diese Performance. Es wird ein Moment absoluter Nähe und Intimität trotz Distanz erschaffen. In dem Moment des stillen Blickes und des kurzen Konzertes für nur eine Person liegt eine Reinheit und absolute Präsenz. Es geht nicht um Geld oder Wirtschaftlichkeit einer Veranstaltung, es geht allein um das Sein. In einer Zeit, in der viele Menschen Einsamkeit erleben, sich sozial distanzieren müssen und Kultur größtenteils nur auf Bildschirmen erfahren können, sind diese Mini-Konzerte ein Geschenk für jeden, der Musik und Gemeinsamkeit im Hier und Jetzt, in Raum und Zeit erleben möchte."

Bundesweit gibt es Initiativen von Profi-Orchestermusikern, die "1to1-concerts" auf Initiative von Stephanie Winker, Franziska Ritter und Christian Siegmund umsetzen. "Als ich davon hörte, war für mich klar: Dieses Konzept möchte ich mit unseren großartigen und engagierten MHL-Studierenden adaptieren und in die besonderen, kleinen Läden von Lübeck bringen", so Sachse weiter. Von Bratsche über Gesang bis zur Jazzklarinette, die Musikerinnen und Musiker kommen aus verschiedenen Stilrichtungen und schenken ihrem Gegenüber ihre persönliche musikalische Sprache. Sowohl ein auskomponiertes Werk als auch eine freie Improvisation können aus dem Blickkontakt erwachsen.

Die Lübecker "1to1concerts" sind einer der ersten sichtbaren „Kulturfunken", einer Aktion des Kulturtreibhauses, die durch die Förderung der Possehl-Stiftung Lübeck ermöglicht wird. Die ausgewählten Projekte sollen das kulturelle Leben nach der Corona-Krise stärken und bieten gleichzeitig Kulturschaffenden die Chance, neue Formate auszuprobieren.

Wer "1to1concerts" hören oder in seinen Räumen ermöglichen möchte, kann sich über die Website www.1to1concerts.de anmelden. Die ersten Konzerte finden ab heute in einem Uhrenladen in der Lübecker Altstadt statt, im Wintersemester soll die Reihe fortgesetzt werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden an die Förderergesellschaft der MHL unter dem Stichwort "1to1concerts" sind jedoch willkommen. Sie werden eins zu eins an bedürftige Studierende weitergereicht.

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Lübeck, 22.06.2020

Online-Wandelkonzert aus sechs Lübecker Kirchen

Zum Jahr der Geige präsentieren Studierende der Musikhochschule Lübeck (MHL) Solowerke von Bach in sechs Lübecker Altstadtkirchen. Ursprünglich als Wandelkonzert mit Publikum in Kooperation mit dem HanseKulturFestival geplant, wurden die sechs rund halbstündigen Konzerte nun aufgezeichnet und sind ab Freitag, 26. Juni um 18 Uhr in der Reihe "MHL-Studios" online zu sehen.

Was auf dem Konzertpodium selten in Gänze zu hören ist, bringen Studierende der MHL in einem klassenübergreifenden Wandelkonzert zum Klingen: Zwölf junge Interpretinnen und Interpreten der Lübecker Geigen- und Orgelklassen präsentieren mit den Solopartiten für Violine und den sechs Triosonaten Meilensteine aus dem Schaffen von Johann Sebastian Bach. Ein Kamerateam der MHL begleitet sie dabei in den Dom, nach St. Petri, St. Marien, St. Jakobi, St. Katharinen und St. Aegidien. In der neuen Streaming-Reihe „MHL-Studios" sind die Aufnahmen ab nächsten Freitag zu sehen. Sie bringen nicht nur die bewegende Musik des Thomaskantors, sondern auch die historischen Lübecker Kirchenräume ins Haus.

„Kaum eine Stadt hat so viele überwältigende historische Kirchen und Orgeln zu bieten wie Lübeck", sagt Projektleiter Heime Müller, Professor für Violine und Kammermusik: „Was liegt näher, als sie mit der Musik Bachs, dessen Biografie mit der Lübecker Kirchenmusik ja auch verknüpft ist, zum Klingen zu bringen?" 1705 wanderte der Komponist fast 500 Kilometer aus dem thüringischen Arnstadt bis nach Lübeck und blieb zwölf Wochen in der Hansestadt, um sein musikalisches Vorbild Buxtehude spielen zu hören und Unterricht bei ihm zu nehmen.

Interpreten und Publikum verlangen Bachs Solowerke tiefen Respekt ab, sind sie doch kaum an kompositorischer Finesse, an technischer und interpretatorischer Herausforderung zu überbieten. In den Solopartiten erzeugt die Violine allein ein kunstvolles harmonisches Geflecht, in das Bach seine gesamte eigene Musikästhetik gegossen hat. In den Triosonaten für Orgel entfaltet der Komponist seinen Orgelkosmos mit den drei Stimmen des Oberwerks, Hauptwerks und Pedals, in dem es mal leicht und tänzerisch, mal prächtig, aber immer höchst anspruchsvoll für die Interpretierenden zugeht.

Es spielen die Violinisten Benjamin Günst, Mixia Kang, Jasper Noack, Hugo Moinet, Shushanik Muradkanyan und Nao Tohara. Gregor Früh, Fabian Luchterhandt, Jan Pentak, Sarah Proske, Andrej Romanov und Kanaka Shimuzu sind an den Orgeln der Lübecker Kirchen zu hören.

Das Wandelkonzert ist unter „MHL-Studios" ab Freitag, 26. Juni um 18 Uhr über die Website der MHL Opens internal link in current windowwww.mh-luebeck.de abrufbar.

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Lübeck, 18.06.2020

"Findbuch Brahms"

Lübecker Brahms-Institut präsentiert neues Digitalisierungsprojekt

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) macht einen weiteren Schritt in die digitale Welt. Am Mittwoch, 1. Juli wird das "Findbuch Brahms" mit einer Online-Veranstaltung aus der Villa Brahms in Lübeck präsentiert. Es verzeichnet erstmals den Gesamtbestand der Sammlung und bietet Zugriff auf über 12.000 Datensätze mit 41.000 Digitalisaten rund um den großen Komponisten.

12.660 Einträge zu Handschriften, Drucken, Fotografien, Programmzetteln und Memorabilien wurden aus fünfzig bisher separaten Verzeichnissen zum "Findbuch Brahms" zusammengeführt.

"Das digitale Findbuch erleichtert die Recherche in unserer Sammlung enorm und lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer ortsunabhängigen Entdeckungsreise ein. Das Findbuch steht ‚open access' zur Verfügung", erläutert Institutsleiter Professor Dr. Wolfgang Sandberger die Bedeutung des „Findbuch Brahms".

Das Brahms-Institut schaltet das "Findbuch Brahms" am Mittwoch, 1. Juli ab 18 Uhr mit einer Online-Präsentation frei. MHL-Präsident Prof. Rico Gubler und der schleswig-holsteinische Kulturstaatssekretär Dr. Oliver Grundei überbringen Grußworte, Prof. Dr. Wolfgang Sandberger und Projektmitarbeiter Dr. Fabian Bergener führen in das "Findbuch Brahms" ein. Die beiden MHL-Professoren Ulf Tischbirek (Violoncello) und Konrad Elser (Klavier) spielen Werke von Brahms und Kirchner.

1991 aus der "Sammlung Hofmann", der größten privaten Brahms-Sammlung, hervorgegangen, war der Bestand des Brahms-Instituts bisher in zahlreichen parallel existierenden Katalogen, Inventaren und Listen verzeichnet. Mit dem „Findbuch Brahms" wurde durch Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein in Höhe von rund 100.000 Euro nun eine zentrale Datenbank erstellt, die erstmals alle Segmente der Sammlung zusammenfasst. Das Projekt ist Baustein der Digitalisierungsstrategie, mit der das Brahms-Institut nach und nach seine komplette Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich macht: „Die digitale Präsentation der kostbaren Sammlung erhöht die internationale Attraktivität des Brahms-Instituts und eröffnet innovative Möglichkeiten der Verknüpfung von Sammlung und Forschung. Die Digitalisierung der Sammlung soll zukünftig zu einem Brahms-Portal ausgebaut werden", so Wolfgang Sandberger.

Die Digitalisierungsstrategie wird seit 2003 umgesetzt. Begonnen wurde dabei mit der Digitalisierung des Fotobestandes und der Sammlung aller Erstdrucke, Programmzettel und Stichvorlagen der Werke von Brahms. Weitere Meilensteine waren die Digitalisierung der Erst- und Frühdrucke der Werke Robert Schumanns, des Nachlasses von Theodor Kirchner und zuletzt 2018 des Geigers und Brahms-Freundes Joseph Joachim.

Die Sammlung wird durch Ankäufe und Schenkungen kontinuierlich ausgebaut und reicht weit über den Namenspatron Johannes Brahms hinaus. So dokumentiert sie auch Quellen zu befreundeten Komponisten und Interpreten wie Robert und Clara Schumann, Theodor Kirchner, Joseph Joachim und Julius Stockhausen. Im Zuge des von der DFG geförderten digitalen "Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis (BBV)" wurde die Gattung "Brief" zu einem Schwerpunkt der Sammlung.

Eine zunehmende Zahl wissenschaftlicher Anfragen erreicht das Brahms-Institut an der MHL auch aus dem Ausland und verdeutlicht das internationale Interesse an der Sammlung: Brahms-Forscher möchten mit den Originalquellen im Institut arbeiten, Musiker interessieren sich für die historischen Notenausgaben, Rundfunk- und Festivalredaktionen fragen die Bildbestände nach. Für alle diese Nutzergruppen, aber auch für interessierte Musikfreunde ist mit dem "Brahms-Findbuch" jetzt ein den Gesamtbestand des Brahms-Instituts nachweisendes Verzeichnis entstanden.

Die Online-Präsentation zum "Findbuch Brahms" kann ab Mittwoch, 1. Juli um 18 Uhr abgerufen werden unter www.brahms-institut.de oder www.mh-luebeck.de.

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Lübeck, 03.06.2020

"Musizierstunde am Mittag" − MHL-Studierende spielen auf MUK-Bühne

Studierende der Musikhochschule Lübeck (MHL) dürfen wieder auf die Bühne, allerdings außerhalb der hauseigenen Konzertsäle: Am Dienstag, 9. Juni startet um 12.30 Uhr unter dem Motto "Musizierstunde am Mittag" eine neue Konzertreihe in der Musik- und Kongresshalle (MUK) Lübeck. Studierende der MHL aus verschiedenen Klassen stellen sich dabei vor einem nur 100-köpfigen Publikum im Großen Konzertsaal der MUK vor.

Die Präsentation vor Publikum gehört für Studierende der MHL zu den wichtigen Bausteinen ihrer Ausbildung. Wochenlang mussten sie darauf verzichten, denn aufgrund der Coronapandemie sind bisher alle für das Sommersemester geplanten Konzerte ausgefallen. Die Konzertsäle an der Großen Petersgrube werden für Proben, Unterrichte und Prüfungen unter den gegebenen Hygienestandards benötigt, der Konzerteingang an der Obertrave dient als Ausgang des zurzeit als Einbahnstraße angelegten Gebäudekomplexes in der Großen Petersgrube. Online-Unterricht, Podcasts und Webinare, die die MHL im Rahmen ihres Projektes „Virtuelle MHL" realisiert hat, können den Live-Auftritt der jungen Musikerinnen und Musiker nicht ersetzen.

„Unser Hochschulleben ist normalerweise stark vom Austausch mit der Öffentlichkeit geprägt. In dieser Ausnahmesituation sind wir glücklich über die Kooperation mit der MUK, die uns ihren Konzertsaal für Auftritte unserer Studierenden zur Verfügung stellt. Es ist zudem eine Herausforderung für alle Interpretierenden, sich in der exzellenten Akustik einer so großen Bühne zu erproben", sagt Prof. Rico Gubler, Präsident der MHL. Jeweils 50 Musikfans können online ein personalisiertes und kostenfreies Ticket erwerben. „Verteilt auf die vorderen Reihen im Großen Konzertsaal, entsteht so ein exklusives Konzerterlebnis, bei dem wir alle erforderlichen Sicherheitsabstände einhalten können", erläutert Ilona Jarabek, Geschäftsführerin der MUK und ergänzt: „So schaffen wir eine Win-Win-Situation für den Kulturstandort Lübeck."

Die Konzertreihe startet am 9. Juni mit einer Präsentation der MHL-Bratschenklassen. Sieben Studierende aus vier Nationen stellen Solowerke aus verschiedenen Epoche vor von Biber, Bach, Strawinksy, Penderecki, Ligeti und von der israelisch-amerikanischen Zeitgenossin Shulamit Ran.

An insgesamt sieben Terminen von Dienstag 9. Juni bis einschließlich Donnerstag 9. Juli findet die „Musizierstunde am Mittag" jeweils um 12.30 Uhr in der MUK statt (Di 9.6., Do 11.6., Di 16.6., Di 23.6., Di 30.6., Di 7.7., Do 9.7.). Im Verlauf der weiteren Musizierstunden kommen auch die Streicher-, Bläser-, und Klavierklassen der MHL zum Zuge.

Die Einlasstür zur Wasserseite ist vor Konzertbeginn jeweils ab 12 Uhr geöffnet. Eingelassen wird nur, wer ein personalisiertes Ticket vorweist, das unter Opens internal link in current windowhttps://www.mh-luebeck.de/veranstaltungen/termine/ online gebucht und ausgedruckt werden kann.

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Lübeck, 25.05.2020

Gitarrist Albert Aigner gestorben

Der Gitarrist Albert Aigner ist tot. Wie seine Familie mitteilte, starb der Musiker mit 71 Jahren am vergangenen Freitag in Neufeld an der Leitha (Österreich). Aigner lehrte über vier Jahrzehnte als Professor an der Musikhochschule Lübeck (MHL).

An der MHL baute Aigner eine internationale Gitarrenklasse auf und prägte die Ausbildung zahlreicher junger Gitarristen. Er initiierte Konzertreihen und Projekte, mit denen er immer wieder Einblicke in die Lübecker Gitarrenausbildung eröffnete. So veranstaltete die MHL bis 2013 unter seiner Ägide den äußerst erfolgreichen „Lübecker Gitarrentag", der zum Treffpunkt der Lübecker Gitarrenszene avancierte und die vielen Facetten des Instruments in den Blickpunkt rückte.

In Merkstein bei Aachen geboren, studierte Aigner Musik in Aachen und Lübeck. 1971 erhielt er einen Lehrauftrag für Gitarre an der MHL und wurde 1985 auf die neueingerichtete Professur für Gitarre berufen. In den Jahren von 1988 bis 1991 war Aigner auch als Prorektor an der MHL tätig. Als Interpret trat er solistisch und kammermusikalisch in ganz Europa auf, unter anderem als Mitglied im Trio „Gitarre plus zwei", im „Duett Konzertant", im „Wiener Gitarrentrio" und im „Hanseatischen Gitarrenquartett". Besonders im Fokus stand für ihn dabei die englische Renaissance und die Kammermusik des 19. und 20. Jahrhunderts.

Aigner begründete zahlreiche nationale und internationale Fortbildungskurse für Lehrer und Interpreten. Er war als Juror für Wettbewerbe tätig und verschaffte den Anliegen der Gitarristen in verschiedenen Verbänden Gehör, unter anderem als erster Vorsitzender des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV). 2013 wurde Aigner, im vom Landesmusikrat Schleswig-Holstein ausgerufenen „Jahr der Gitarre", nach über vier Jahrzehnten Dozententätigkeit an der MHL in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Schallplatten- und CD-Produktionen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen erinnern an Aigner als vielseitigen Künstler und Interpreten. Aigner lebte zuletzt in Österreich, kam aber immer wieder nach Lübeck und blieb der Hansestadt bis zum Schluss verbunden.

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Lübeck, 08.05.2020

Musikhochschule Lübeck sagt öffentliche Veranstaltungen weiter ab

Die Veranstaltungen an der Musikhochschule Lübeck (MHL) fallen weiterhin aus, vorerst bis einschließlich zum 1. Juni. Konzerte und Projekte mit größeren Ensembles sind bereits bis zur Sommerpause Mitte Juli abgesagt.

Die öffentlichen Konzerte und Veranstaltungen an der MHL sind zunächst bis zum 1. Juni abgesagt. Dann will das Präsidium der MHL neu entscheiden, ob Konzerte mit begrenzter Personenzahl wieder möglich sind. Für alle großen Projekte, die Proben und Vorbereitung in Gruppen erfordern, steht aber schon jetzt fest, dass sie bis zur Sommerpause entfallen werden. Dazu gehören neben dem Brahms-Festival unter anderem das geplante Opernprojekt mit Mozarts Zauberflöte (12. bis 14. Juni), das Solistenkonzert (27. Juni) und die Pop-Revue (3. und 4. Juli).

„Derzeit benötigen wir alle unsere räumlichen und personellen Kapazitäten, um den Lehrerbetrieb unter Wahrung der Sicherheits- und Abstandsregeln zu organisieren und Einzelunterricht und Üben in begrenztem Maße zu ermöglichen", erläutert MHL-Präsident Prof. Rico Gubler.

Die MHL plant jedoch bis zur Sommerpause noch einige Streaming-Angebote, um öffentliche Teilhabe wieder stärker zu ermöglichen. Informationen hierzu finden Sie auf der MHL-Website unter www.mh-luebeck.de. Aktuelle Einblicke in die Hochschul- und Forschungslandschaft in Schleswig-Holstein ermöglicht auch die neue Website Opens external link in new windowwww.sh-are.sh.

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Lübeck, 17.04.2020

Veranstaltungen an Musikhochschule fallen weiterhin aus

Die Veranstaltungen an der Musikhochschule Lübeck (MHL) fallen weiterhin aus, vorerst bis einschließlich zum 10. Mai. Danach könnte es eine schrittweise Wiedereinführung von öffentlichen Konzerten geben.

Auf Basis des Erlasses des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministeriums hatte das Präsidium der MHL öffentliche Veranstaltungen zunächst bis zum 20. April abgesagt. Aufgrund der neuen politischen Vorgaben ist nun klar, dass ein Veranstaltungsbeginn in der zweiten Aprilhälfte ausgeschlossen ist. Das in diesen Zeitraum fallende Brahms-Festival unter dem Motto "Ganz Ohr" wurde bereits ins nächste Jahr veschoben.

Vorerst ist der 10. Mai der Stichtag, zu dem das Präsidium der MHL neu entscheiden will. Präsident Prof. Rico Gubler: "Da Bühnenpräsenz Bestandteil der Ausbildung an der MHL ist und wir das Publikum gerne an den Fortschritten unserer Studierenden partizipieren lassen, prüfen wir schrittweise sehr sorgfältig, wann eine Rückkehr zum Veranstaltungsbetrieb, wenn auch mit Einschränkungen, möglich sein wird."

Aktuelle Informationen hierzu werden auf der Website der MHL unter www.mh-luebeck.de laufend bekannt gegeben.

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Lübeck, 02.04.2020

Pünktlicher Start ins Sommersemester mit Projekt „Virtuelle MHL"

Mit einer Online-Veranstaltung hat die Musikhochschule Lübeck (MHL) gestern das neue Sommersemester und ihr Projekt „Virtuelle MHL" eröffnet. Digitale Wissensvermittlung in Form von Podcasts, Webinaren, Online-Unterricht sowie Trainingsformate für Zuhause sind Bestandteile des Projektes, das in Krisenzeiten den Lehrbetrieb aufrechterhalten soll.

Die MHL ist trotz der Einschränkungen, die die aktuelle Krise mit sich bringt pünktlich in das neue Sommersemester gestartet. Zahlreiche Gespräche mit allen Mitgliedern des Lehrkörpers haben Vertreterinnen und Vertreter des MHL-Präsidiums in den vergangenen Tagen und Wochen geführt, um die didaktischen und technischen Möglichkeiten der Online-Lehre auszuloten. „Uns erreichen täglich neue Ideen zur Umsetzung der Online-Lehre aus der Dozierenden- und Studierendenschaft, ein Beweis dafür, wie kreativ und positiv die MHL mit der aktuell schwierigen Situation umzugehen bereit ist. Dafür ist allerdings sehr viel Technik notwendig und unsere IT-Abteilung arbeitet auf Hochtouren", berichtet MHL-Präsident Prof. Rico Gubler. In fünf Arbeitsfeldern wie teach@home, train@home, work@home, MHL-Podcast und MHL-Webinar werden in der nächsten Zeit zahlreiche Einzelunterrichte, Seminare und Klassenstunden online durchgeführt und Arbeitsaufträge für MHL-Studierende generiert wie Literaturstudium, Interpretationsvergleiche oder Training im Bereich Gehörbildung und Musiktheorie. Unterstützung erhält die MHL unter anderem vom Tonstudio der Kulturakademie der Vorwerker Diakonie, in dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Sandberger seine geplante Händelvorlesung aufzeichnen kann.

Kulturstaatssekretär Dr. Oliver Grundei lobte in seinem Beitrag zur Online-Semestereröffnung das Projekt „Virtuelle Hochschule", mit dem in den letzten Wochen zahlreiche Formate zur digitalen Wissensvermittlung geschaffen worden seien: „Es zeigt welche Schlagkraft eine kleine Hochschule wie die MHL in Krisenzeiten entwickeln kann und welches Potential zur Innovation ihr innewohnt", so Grundei. Rico Gubler ergänzte in seiner Rede, dass gerade die geringe Größe der MHL ihr die Chance zu individuellen Maßnahmen biete. So werden einzelnen Studierenden E-Pianos zum Üben nach Hause geliefert, Prüfungskandidatinnen und -Kandidaten erhalten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Überäume und die MHL-Bibliothek verschickt individuelle Büchersendungen auf Bestellung von MHL-Studierenden und Dozierenden.

Das Projekt „Virtuelle MHL" soll den Zeitraum bis zur Wiederaufnahme der Präsenzveranstaltungen überbrücken. Dies ist auf Basis des Erlasses des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministeriums vorerst bis zum 19. April erforderlich. In wichtigen Bereichen allerdings stößt die Online-Lehre an ihre Grenzen: „Was für Seminare und einzelnen Unterricht möglich ist, funktioniert nicht für Ensembles wie Chöre, Kammermusik und Orchester" stellt Gubler klar „und auch der Einzelunterricht kann aufgrund der limitierten technischen Möglichkeiten, die die klangliche Qualität einschränken nicht dauerhaft online fortgeführt werden. Musik ist und bleibt ein Live-Erlebnis. Deshalb ist die Rückkehr zum Präsenzunterricht unser dringendster Wunsch", so Gubler.

Wer den Live-Stream der Online-Semestereröffnung verpasst hat, kann ihn unter Opens external link in new windowhttps://www.mh-luebeck.de/veranstaltungen/mhl-live/ erreichbar.

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Lübeck, 27.03.2020

MHL eröffnet Semester mit Online-Veranstaltung

Die Musikhochschule Lübeck (MHL) lädt am Mittwoch, 1. April zu einer Online-Semestereröffnung ein, die ab 18 Uhr über die Website www.mh-lubeck.de abgerufen werden kann. Videos mit Grußbotschaften aus Kulturpolitik und Hochschule sowie musikalische Beiträge verschiedener Hochschulangehöriger ersetzen in Zeiten der Krise die traditionelle Veranstaltung im Großen Saal.

Die Semestereröffnung, mit der die MHL zu Beginn jedes Jahres ihre neuen Studierenden begrüßt, gehört zu den Präsenzveranstaltungen, die aufgrund der Pandemie abgesagt werden mussten. Auf Basis eines Erlasses des schleswig-holsteinischen Gesundheitsministeriums fallen alle öffentlichen Veranstaltungen vorerst bis zum 19. April aus. Um einen gebührenden Start in das Sommersemester 2020 dennoch zu ermöglichen, haben Hochschulmitglieder und Gäste ihre Grußbotschaften in digitaler Form eingereicht. Verschiedene Beiträge schließen sich hierfür zu einem abwechslungsreichen Programm von gut einer Stunde zusammen. Neben MHL-Präsident Prof. Rico Gubler begrüßt auch Kulturstaatssekretär Dr. Oliver Grundei die neuen Studierenden. Auch die geplante Gastrednerin Ilona Schmiel, Executive Director des Tonhalle Orchester Zürich, wird mit einem Videobeitrag zu sehen sein.

Mit Ausschnitten aus Ligetis „Poème symphonique" für hundert Metronome präsentiert Rico Gubler auch Live-Musik, die direkt aus dem Großen Saal übertragen wird. Das außergewöhnliche Werk war ursprünglich zur Eröffnung des inzwischen auf 2021 verschobenen Brahms-Festivals „Ganz Ohr" vorgesehen und verursachte bei seiner ersten Aufführung einen Skandal. Der Komponist gibt in seiner Partitur, die ganz ohne Noten auskommt, Anweisungen zum Aufstellen und Aufziehen der Metronome und fordert absolute Ruhe im Publikum, bis das letzte Metronom verklungen ist. Aus einem anfänglichen Chaos bilden sich nach und nach Strukturen und verschiedene, nicht vorhersagbare Rhythmen heraus.

Grußbotschaften verschiedener MHL-Mitglieder der Verwaltung und Dozierendenschaft schließen sich an und versprechen die eine oder andere Überraschung. Präsident Rico Gubler erläutert: „Die Betreuung unserer Studierenden in dieser Ausnahmesituation ist unser zentrales Anliegen. Ich bin überzeugt davon, dass wir trotz der Krise, die auch die Musikwelt hart trifft, in ein Semester mit lehrreichem und inspirierendem musikalischen Austausch starten können."

Die Online-Semestereröffnung ist gleichzeitiger Auftakt des Projektes „Virtuelle MHL", die das Präsidium in den vergangenen Tagen und Wochen gemeinsam mit den Dozierenden aufbaut, um den Lehrbetrieb auch in Krisenzeiten aufrecht zu erhalten. Digitale Wissensvermittlung in Form von Podcasts, Webinaren, Online-Unterricht sowie Trainingsformate für Zuhause sind Bestandteile des Projektes.

Der Stream zur Online-Semestereröffnung ist am 1. April ab 17.45 Uhr über Opens external link in new windowhttps://www.mh-luebeck.de/veranstaltungen/mhl-live/ erreichbar.

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Lübeck, 20.03.2020

Brahms-Festival „Ganz Ohr" auf 2021 verschoben

Das 29. Brahms-Festival, das die Musikhochschule Lübeck (MHL) unter dem Motto „Ganz Ohr" vom 2. bis zum 10. Mai geplant hat, findet aufgrund der aktuellen Krise in diesem Jahr nicht statt. Die Programmplanungsgruppe, die aus Präsidium, Dozierenden und Studierenden der MHL besteht, hat stattdessen eine Verschiebung auf das nächste Jahr vorgesehen.

Für das Brahms-Festival „Ganz Ohr" hätten sich über 250 Interpretinnen und Interpreten der MHL in 37 Veranstaltungen in verschiedenen Lübecker Spielstätten auf die Spuren des Hörens begeben. Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Sandberger erläutert: „Wir möchten unser innovatives Programm „Ganz Ohr" weder Mitwirkenden noch Publikum vorenthalten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, das erarbeitete Programm in unserem Jubiläumsjahr 2021 – das erste Brahms-Festival liegt dann 30 Jahre zurück – zu präsentieren." Einige Interpretinnen und Interpreten, die dann nicht mehr an der MHL sind, haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt, wie Kompositionsprofessor Dieter Mack und Bratschenprofessorin Barbara Westphal, die 2021 bereits im Ruhestand sind: „Noch kann ich mir kaum vorstellen, wie leer es sich anfühlen wird, das erste Mal seit 29 Jahren kein Brahms Festival zu spielen. Da unser Programm anlässlich Beethovens großem Jubiläumsgeburtstag außergewöhnlich spannend und vielfältig ist, bin ich sehr froh, dass es auf nächstes Jahr verschoben und nicht abgesagt wird. Besonders freue ich mich darauf, vor meinem endgültigen Abschied aus der MHL noch einmal mit meiner Nachfolgerin Pauline Sachse gemeinsam musizieren zu dürfen", sagt Barbara Westphal.

Auf Basis eines Erlasses des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein starten die Präsenzveranstaltungen an der MHL frühestens wieder ab 20. April. Präsident Prof. Rico Gubler: „Selbst wenn wir am 20. April die Präsenzveranstaltungen, zu denen auch die Proben für das Brahms-Festival gehören, wieder aufnehmen können, fehlt den vielen verschiedenen Ensembles Probenzeit, um die geplanten Stücke aufführungsreif einzustudieren." Allein ein geordneter Probenstart für das Orchesterprojekt ab 20. April sei unrealistisch, da rund hundert Studierende involviert sind, die aus unterschiedlichen Richtungen anreisen müssen. „Es gibt eine Vielzahl von weiteren zwingenden Lehrveranstaltungen, die wir nun priorisieren müssen," so Gubler weiter.

Eintrittskarten für das diesjährige Festival können in der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden, in der sie erworben wurden. Auch online gebuchte Tickets können zurückgegeben werden. Hierzu erhalten die Käufer automatisch Informationen von Lübeck-Ticket.

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Lübeck, 17.03.2020

An der Musikhochschule Lübeck (MHL) fallen Präsenzveranstaltungen und öffentliche Veranstaltungen auf Basis eines Erlasses des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein bis einschließlich zum 19. April aus.

Semesterstart an Musikhochschule Lübeck ohne Präsenzveranstaltungen

Die Hochschule bleibt in dieser Zeit für die Öffentlichkeit geschlossen. Auch der Unterrichts- und Übebetrieb ist eingeschränkt. Mitglieder der Verwaltung halten den Betrieb aufrecht und sind soweit möglich im Homeoffice tätig. „Ob der Betrieb in der gewohnten Form dann wiederaufgenommen werden kann, werden wir anhand der aktuellen Lage und der behördlichen Vorgaben entscheiden," sagt Präsident Prof. Rico Gubler. „Da wir enge Zeitpläne für unsere Konzertsäle haben, lässt sich derzeit noch nicht absehen, welche der ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt werden können", so Gubler weiter, für den der Lehrbetrieb in jedem Fall Vorrang hat.

Bereits gekaufte Eintrittskarten für MHL-Konzerte können in der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurückgegeben werden, in der sie erworben wurden. Auch Online gebuchte Tickets können zurückgegeben werden. Hierzu erhalten die Käufer automatisch Informationen von Lübeck-Ticket.

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